Das Interview mit Volker Herres, ARD-Programmdirektor.
Video starten (04:34 min)Es wird die erste Woche mit fünf Talksendungen im Ersten sein, gekrönt vom Neuling in der Runde: Günther Jauch. Er übernimmt den Sonntagabend-Sendeplatz von Anne Will. Als er seine Sendung diese Woche in Berlin vorstellt, stapelt er lieber tief und meint, "die übernatürliche Erwartungshaltung, was diesen Sonntagabend angeht, die werde ich definitiv nicht einlösen können".
Ein Film von Grit Fischer.
Fünf Talkshows in einem Programm, das hat schon im Vorfeld für viel Kritik, bisweilen auch Häme in der Presse gesorgt. Selbst eine Studie dazu wurde veröffentlicht, die den Talkrunden zu viel des gleichen Einerlei vorwirft – vor dem Start der Talk-Reihe. Die Verantwortlichen der ARD bleiben davon ziemlich unbeeindruckt. Laut Programmvorsitzendem Volker Herres entspreche es einem menschlichen Grundbedürfnis, "Menschen im Gespräch zu erleben". Ein Gespräch würde mehr aussagen als ein vorgefertigtes Statement.
Dabei sind die Talkrunden in ihrer Dramaturgie festgelegt. Die Positionen der Gäste sind klar, eine Annäherung nicht geplant. Der Publizist und ehemalige Talker Roger Willemsen meint, er würde gerne einmal eine Sendung sehen, in der sich jemand "umentscheidet und plötzlich merkt, dass er falsch gedacht hat" und "dem Denken bei der Entstehung zuschauen".
Stattdessen sitzen in den Augen der Kritiker immer wieder die gleichen Gäste in den Runden, um ihre bekannten Standpunkte zu vertreten. Gern gesehen sind etwa Hans-Olaf Henkel, Heiner Geißler oder Arnulf Baring. Das war schon vor dem Start der neuen Talk-Reihe so und die Gefahr der gleichen Gäste und Themen steigt mit der zunehmenden Zahl an Talkshows.