Sendedatum: 24.02.2016 23:20 Uhr

Lesbenmagazine: Auf die Ansprache kommt es an

Bild vergrößern
Berichterstattung über und für Lesben und Schwule gibt's immer rund um den Christopher-Street-Day in den traditionellen Medien, sonst eher weniger.

Es gibt geschätzt über zwei Millionen Lesben in Deutschland. Und doch gab es bis vor einem halben Jahr nur eine Zeitschrift für Frauen, die Frauen lieben. Die "L-MAG" kümmert sich seit 13 Jahren um lesbische Belange. Zu Beginn oft in die Pornoecke der Zeitungskioske eingeordnet, kämpft die Zeitung für sichtbares lesbisches Leben unter anderem in Porträts und Interviews mit bekannten lesbischen Frauen. "Es ist für unsere Leserinnen auch ganz wichtig zu sehen: Wir sind nicht alleine auf der Welt. Und Lesben sind überall und schaffen es wirklich, die Gesellschaft auch positiv zu gestalten und zu beeinflussen. Und ob das jetzt ein Hollywood-Star ist, eine Rockmusikerin oder eine Ärztin - die kommen alle nebeneinander bei uns vor", umreißt Chefredakteurin Manuela Kay das Programm der Zeitung.

Eine Leserin hält das Lesbenmagazin "L-MAG" in den Händen. Auf einem Tisch ist außerdem das Magazin "Straight" zu sehen. © NDR Fotograf: Screenshot

Neue Lesbenmagazine sorgen für mehr Vielfalt

ZAPP -

Jahrelang gab's nur ein Magazin für Frauen, die Frauen lieben. Jetzt sind es drei: "L-MAG", "Libertine", "Straight". Liebe, Politik, Lifestyle - die Themenbandbreite ist groß.

4,58 bei 12 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Berichterstattung eher Schwulen-fixiert

In der allgemeinen Presse finden Lesben sich nicht allzu oft wieder. Vor sieben Jahren ermittelte eine Studie, dass es kaum einmal eine Überschrift gibt, in der das Wort "Lesbe" auftaucht, und das Wort "schwul" muss für beide Geschlechter herhalten. Inzwischen hat sich das etwas geändert, doch ein Blick in die Presse reicht und man findet auch heute noch Berichte zum Christopher-Street-Day oder über die Homo-Ehe betitelt mit "Schwulen-Parade" bzw. "Schwulen-Ehe".

Zwei neue Magazine für Lesben

Seit sechs Monaten gibt es nun zwei weitere Magazine auf dem Markt: "Libertine" und "Straight". Ein Mix aus Lebensberatung, Porträts, Politik. Es geht um Mode, um Hobbys und Sexualität. Die Protagonistinnen sind lesbisch, die Themen weiblich. Das Produkt immer noch auch politisch. Felicia Mutterer, Herausgeberin von "Straight": "In Deutschland ist es definitiv so, dass es nicht die gleiche Variante gibt von Toleranz und schon gar nicht von Akzeptanz. Und hier geht es um Akzeptanz, um nichts anderes. Und deswegen ist es super, dass wir hier selbstbewusstseinsfördernde Maßnahmen machen. Und 'Straight' ist so eine Maßnahme."

Jetzt müssen sich die drei Magazine am Markt behaupten. Und ihnen werden offensichtlich Chancen eingeräumt, es gibt schon erste Anfragen größerer Verlage.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 24.02.2016 | 23:20 Uhr