Stand: 10.05.2017 18:00 Uhr

Landplage: Journalisten verfolgen Storch

Bild vergrößern
Storch Ronny attackiert ein Auto.

"Ja, die Aufregung im kleinen Dorf Glambeck ist enorm. Angry-Bird Ronny hält ein ganzes Dorf in Atem", so eine Reporterin von N24 im Jahr 2016. Sie war nicht die einzige, die über den Problemstorch in Brandenburg berichtete. Der Vogel sorgte für bundesweite Berichterstattung - bis er sich auf in den Süden machte. Droht nun die Wiederholung des medialen Spektakels? "Wie schon im vergangenen Jahr steht Glambeck wieder unter der Fuchtel des Terror-Storches", heißt es beim Sat.1-Frühstücksfernsehen. Ronny ist zurück.

Storch Ronny und zahlreiche Berichte über ihn. © NDR Fotograf: Screenshot

Kasse machen mit Problemstorch "Ronny"

ZAPP -

Problemstorch "Ronny" ist gar kein Problem mehr im Ort Glambeck. Er sorgt für Aufmerksamkeit und klingelnde Kassen - denn die Bewohner geben nur noch Interviews gegen Geld.

3,67 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Infos gegen Geld

Doch aus dem Problemstorch des letzten Jahres, der wie wild auf schwarze Autos hackte, ist ein Invalide geworden. Er lahmt und humpelt und Autos interessieren ihn nicht die Bohne. Was die Reporter nicht davon abhält, ins Dorf einzufallen und dramatisch zu berichten. Allerdings gibt's Infos diesmal nicht für lau, das Dorf hat gelernt. "An welche Tür man auch klopft, hört man immer wieder dieselbe Antwort. Zahlen Sie 50 Euro und wir erzählen Ihnen etwas. Im vergangenen Jahr war das noch ganz anders, da erzählten sie freimütig über die Eskapaden des sogenannten Rambo-Storches", so ein Journalist.

Bild vergrößern
Merchandising für Storch-Fans: Das Glambeck-T-Shirt wirbt mit dem Storch.
Ronny als Geschäftsmodell

"Glambeck hat seinen Frieden mit dem Tier gemacht und aus dem Medienrummel eine Geschäftsidee. Interviews, sagen Bewohner, soll es künftig gegen Geld geben", warnten die "Tagesthemen" bereits die Kollegen. Die Ortsvorsteherin findet das in Ordnung und hat sich auch juristisch beraten lassen: "Wenn mich jemand als Ortsvorsteher ansprechen würde zu Sachen, die ich für den Ort mache, Sitzungen und dergleichen, was ist da besprochen worden, was planen sie da mit den Mitteln, die die Gemeinde für sie zur Verfügung stellt, dann gebe ich selbstverständlich jedem kostenlos Auskunft. Aber der Storch, der hat wirklich nichts mit dem Gemeindegeschehen zu tun." Und die vielen Interviews machen Arbeit. Allein in diesem Jahr waren es schon über 20. Zudem: Mit dem Geld würden sinnvolle Dinge für die Gemeinde angeschafft werden - zum Beispiel die Tischtennisplatte auf dem Spielplatz.

Der Storch wird Vater

Ronny, der Ex-Rüpel, kriegt von dem ganzen Wirbel übrigens nix mit. Er hat andere Sorgen zurzeit. Man kann es von unten nicht richtig sehen, aber er ist nicht mehr alleine im Horst. Und es sieht so aus, als würde er bald Vater werden. Mit so kleinen Rüpeln im Dorf dürfte die Zahl der Reporter bald noch größer werden - und der Spielplatz noch schöner.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 10.05.2017 | 23:20 Uhr