Stand: 25.09.2017 17:57 Uhr

Journalistisches Wunschdenken

von Annette Leiterer

"Herbeigetalkter" Rechtsruck? Solange wir uns vormachen, es wäre die Schuld der öffentlich-rechtlichen Medien, werden wir das Problem nicht begreifen, meint Redaktionsleiterin Annette Leiterer.

Die politischen Talkshows von ARD und ZDF genießen das Privileg der ausgiebigen Medienkritik. Oft zu recht. Kritisiert wird das TV-dramaturgische Korsett, dem Inhalte sich unterordnen. Wahlweise geht es um die Auswahl der Gäste oder die dompteurhafte Gesprächsführung. Auch ZAPP hat immer wieder über die Machart von Talkshows kritisch berichtet. Zuletzt ging es um die Frage, ob die Talkshows der Alternative für Deutschland (AfD) nicht zu häufig eine Bühne bieten.

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Medien und Populisten: Welche Rolle spielen Talkshows?

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Die Verbreitung von Ressentiments in Deutschland ist gewachsen, so das Ergebnis einer Studie. Schuld daran sind auch die Medien, die extreme Positionen präsentieren und gesellschaftsfähig machen. mehr

Talkshows als Ursache des Rechtsrucks?

Nun, nach diesem Wahlabend, gelten die Talkshows einigen nicht mehr nur als Verstärker, sie werden gleich zur Ursache des Rechtsrucks, der im Ergebnis der gestrigen Bundestagswahl seinen Ausdruck findet.

Ja, das wäre schön. Denn dann wäre es ja einfach, dem Rechtsruck entgegenzuwirken. Talksshows abschaffen, AfD verschweigen - aus die Maus. Dahinter steht eine Vorstellung, die Medien mehr Macht und Journalisten mehr Einfluss zuweist, als sie gemeinhin haben. Selbstüberschätzung nennt man das wohl und interessanterweise wird ja gerade die von Seiten der AfD-Wählerschaft hin und wieder Journalisten vorgeworfen. Aber tatsächlich: Wer meint, dass die vielen Menschen, die nun die AfD gewählt haben, diese nicht gewählt hätten, wenn in ARD und ZDF nicht so viel über sie berichtet hätten, scheint die Meinung von immerhin knapp 13 Prozent der Wählerinnen und Wähler zu negieren.

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Walulis' Medientypen: Die Polittalk-Redaktion

24.08.2016 23:20 Uhr

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Knapp 13 Prozent mit liberaler Gesellschaft nicht einverstanden

Wir müssen uns vielmehr klar machen, dass viele Menschen in Deutschland - zumindest diese knapp 13 Prozent - keine Fremden wollen, Emanzipation blöd finden, die Erinnerung an das Dritte Reich nicht als notwendige Mahnung, sondern als überflüssig begreifen. Es gibt ganz offensichtlich viele Menschen, die mit unserer liberalen Gesellschaft nicht einverstanden sind. Solange wir uns vormachen, dass das alles nur von öffentlich-rechtlichen Medien gemacht wird, wie auch Joachim Herrmann (CSU) in der Berliner Runde mit Verve behauptete, besteht nicht mal die Chance, das Problem zu begreifen. Den Wunsch kann ich verstehen, aber den "herbeigetalkten" Rechtsruck halte ich für Wunschdenken.  

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Jörg Meuthen, die AfD und die Talkshows

29.03.2017 23:20 Uhr

AfD-Parteichef Jörg Meuthen ist beleidigt: Seine Partei komme in den Talkshows von ARD & ZDF gar nicht mehr vor. Anja Reschke ist verwundert. Video (01:27 min)

On- und Offline: Die sprachliche Enthemmung

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Verschärft die Hetze im Netz auch den Ton auf der Straße? Macht Social Media uns radikaler? Der Sprachwissenschaftler und Blogger Anatol Stefanowitsch über die Dynamik der Debatte. mehr

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ARD-Talk: Zerredetes Programmschema

07.09.2011 23:20 Uhr

Von vernichtender Vorabkritik über Glossen bis hin zur Analyse der Körpersprache der fünf Talkmaster hat medial schon alles stattgefunden. Fürs Erste bleiben Fragen offen. mehr

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 23.11.2016 | 23:20 Uhr