Stand: 16.03.2016 20:00 Uhr

Hohe Ansprüche: Interviews mit der AfD

Als der Spitzenkandidat der AfD Sachsen-Anhalt am Wahlabend endlich zur Party kommt, müssen sich viele Journalisten erst mal hinten anstellen. André Poggenburg zeigt durch sein Verhalten eindeutig, wer ihm wichtig ist: Zum Beispiel Jürgen Elsässer von "Compact". Ihm gibt er ein ausführliches Interview, während andere Journalisten noch warten. Als er gefragt wird, ob ihn die etablierten Medien durch den Fleischwolf gedreht haben, freut er sich: "Sie haben es versucht, auf jeden Fall, wie immer. Seit Wochen, seit Monaten erleben wir das. Es ging aber insgesamt immer nach hinten los. Ich muss sagen, die etablierten Medien haben, ohne es zu wissen, immer Wahlkampf für die AfD gemacht."

AfD-Spitzenkandidat auf der Wahlparty

Hohe Ansprüche: Interviews mit der AfD

ZAPP -

Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt trat auf der Wahlparty auch als Sieger gegenüber Journalisten auf, von denen viele umdenken und gar nicht mehr siegen wollen.

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Dabei haben sich an diesem Wahlabend viele Reporter offenbar innerlich umgestellt von Kampf- auf Verständigungsmodus: "Man sollte nicht denken, man muss im Interview siegen. Das ist Quatsch", meint der ZDF-Reporter Thomas Bärsch auf der Wahlparty der AfD in Magdeburg und hofft, dass alles einfacher wird, wenn die parlamentarische Arbeit beginnt. Für Andreas Franz vom MDR geht es unter anderem darum, ganz konkrete Vorhaben der AfD näher zu beleuchten und da "ein paar Mal ganz konkret nachzufragen".

Die AfD und die Journalisten - ein Lernprozess

Hagen Eichler begleitet die AfD in Sachsen-Anhalt schon lange für die "Magdeburger Volksstimme". Er meint: "Es gibt so einen weit verbreiteten Wunsch, diese Partei gäbe es gar nicht und dem darf und kann man nicht nachgeben. Man muss akzeptieren, dass es diese Partei gibt, man muss sie professionell begleiten. Und man muss sich sicher sein." Nicht allen Journalisten wird das an dem Abend leicht gemacht. Ein Team der NDR Redaktion "extra 3" wird trotz Akkreditierung zunächst nicht zugelassen zur Wahlparty. Lernprozesse sind im Verhältnis zwischen AfD und Journalisten auf beiden Seiten offenbar noch nicht abgeschlossen.

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ZDF-Journalist Thomas Bärsch im Interview mit ZAPP. © NDR Fotograf: Screenshot

Journalist Bärsch über den Umgang mit der AfD

ZAPP -

Journalisten sollten nicht versuchen, "die AfD zu besiegen", oder deren "Weltbild zu widerlegen", so ZDF-Reporter Thomas Bärsch. Es gibt nun mal unterschiedliche Standpunkte.

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 16.03.2016 | 23:20 Uhr