Stand: 28.09.2015 15:00 Uhr

Der Krise trotzen: Wege in den Journalismus

"Es hat eine Verschiebung stattgefunden im Journalismus. Vor allen Dingen weg von traditionellen Medien zu eher digitalen Medien. Und der Einstieg ist mit Sicherheit schwieriger geworden. Aber er ist immer noch möglich." So fasst Thomas Horky, Dozent für Sportjournalismus an der Hochschule Macromedia, die Entwicklung zusammen. Und Jörg Sadrozinski, Leiter der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München, ergänzt: "Momentan entwickelt sich gerade für Leute, die clever sind, die auch frei arbeiten wollen, ein ganz guter Markt." Und auf diesem Markt hat offensichtlich besonders gute Karten, wer gleich als Experte einsteigt.

Isabel Pfaff von der "SZ" im Gespräch mit einem Kollegen. © NDR Fotograf: Screenshot

Idealisten vor: Wege in den Journalismus

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Entlassungen, Zeitverträge, kleine Honorare - der Beruf des Journalisten ist nicht mehr so gefragt wie früher, der Einstieg trotzdem schwierig. Wer sich spezialisiert, hat gute Chancen.

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Gute Karten für Experten

Patrick Berger zum Beispiel studiert noch an der Hochschule Macromedia in Hamburg Sportjournalismus, ist aber schon bei der "Hamburger Morgenpost" unter Vertrag. Er könnte das einbringen, was älteren Kollegen manchmal fehlt. Im Vergleich zu "Journalisten des älteren Semesters, die vielleicht noch aus dem Print kommen und noch nicht so gut ausgebildet sind oder vielleicht noch nicht die Lust haben, sich anders aufzustellen, zu tickern, zu twittern und soziale Netzwerke zu gebrauchen", seien jüngere hier oft besser aufgestellt.

Spezialisierung ist Trumpf

Isabel Pfaff konnte mit ihrem Studium der Afrikanistik und ihren Sprachkenntnissen in Suaheli punkten. Direkt von der Journalistenschule ging sie als feste Redakteurin zur "Süddeutschen Zeitung". Solche Wege begeistern Patrick Illinger, Ressortleiter Wissen bei der "SZ": "Das Tollste ist, wenn jemand etwas gelernt hat und dann sagt, was fange ich damit an und dann diesen journalistischen Impetus hat." Solche Leute wollten nicht nur schön schreiben, sondern vor allem in die Tiefe gehen - und genau das sei heute gefragt. Von diesem Schlage ist auch Felix Hütten, der als Mediziner ins Studium ging und als angehender Journalist wieder rauskam. Es gibt eben nicht den Weg in den Journalismus, es gibt viele.

Ein spannender Job für Idealisten

Der Weg über die Spezialisierung erscheint immer noch am ehesten vielversprechend, ebenso wie hervorragende Kenntnisse im Umgang mit neuen Medien. Anziehungspunkt für Menschen, denen vor allem Sicherheit und Karriere wichtig sind, kann der Journalismus allerdings nicht mehr sein, das belegt auch die sinkende Zahl an Bewerbern für eine Ausbildung an den Journalistenschulen - allein an der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) gibt es inzwischen 1/3 weniger Bewerber als noch vor zehn Jahren. Klar ist auch: Wer reich werden will, ist im Journalismus falsch, so Jörg Sadrozinski von der DJS. Dafür hat der Job andere Vorzüge: "Wo kann man sonst interessante Leute kennenlernen? Wo kann man sonst Themen auf den Grund gehen? Aber eine Portion Idealismus gehört dazu."

 

 

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 30.09.2015 | 23:35 Uhr