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Der graue Star ist eine häufige Alterserkrankung. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist eine Operation. Außerdem: Krampfadern - Welcher Eingriff ist der beste?
Wiederholung der Sendung
01.06.2012 01:45 Uhr
Pflanzliche Präparate sind beliebt, weil sie in dem Ruf stehen, weniger Nebenwirkungen zu verursachen als die synthetisch hergestellten Arzneimittel - aber dafür fehlt in vielen Fällen auch ein vergleichbarer Wirksamkeitsnachweis. Aber es gibt auch Ausnahmen, zum Beispiel das Rosengewächs Weißdorn (lat. Crataegus). Forscher fanden in den Blüten und Blättern der Pflanze vom Wegesrand mit Flavonoiden und Procyaniden gleich mehrere schützende und heilende Wirkstoffe, die eine unmittelbar stärkende Wirkung auf das Herz haben.
Der Extrakt aus Blüten und Blättern des Weißdorns verbessert die Durchblutung des Herzens. Die Wirkstoffe entspannen die Gefäße und die Herz-Durchblutung verbessert sich.
Die Blutgefäße sind elastisch, ihre Innenwände werden vom sogenannten Endothel wie von einer Tapete ausgekleidet. Das Endothel produziert Stickstoffmonoxid, das die Gefäße erweitert und die Durchblutung fördert. Mit zunehmendem Alter versteift die Gefäßwand und die Leistung des Endothels nimmt ab - weniger Stickstoffmonoxid wird produziert. Die Wirkstoffe des Weißdorns kurbeln die Stickstoffmonoxidproduktion wieder an, die Gefäße entspannen sich, die Durchblutung und somit auch die Leistungsfähigkeit des Herzens werden verbessert. Deshalb wird der Weißdorn-Extrakt bei Patienten mit einer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens eingesetzt, zusätzlich zu den üblichen Herzmedikamenten.
Die Kosten für Weißdoen-Medikamente müssen vom Patienten selbst getragen werden.
Herzpatienten sollten ausschließlich Präparate mit standardisiertem Wirkstoffgehalt einnehmen - sonst kann es sein, dass die Wirkung schwankt oder nicht ausreicht. Außerdem müssen sie langfristig eingesetzt werden, um Wirkung zu zeigen. Die Kosten von rund zehn Euro im Monat müssen die Patienten selbst zahlen. Lose Drogen wie Tee aus getrockneten Weißdornblättern kommen für Herzpatienten nicht in Frage, eignen sich aber zur Behandlung von Befindlichkeitsstörungen wie Blähungen oder Unruhe.
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Jörn Klasen
Zentrum für Individuelle Ganzheitsmedizin
Asklepios Westklinikum Hamburg
Suurheid 20
22559 Hamburg
Tel. (040) 81 91 23 00
Fax (040) 81 91-23 03
Dr. Rainer Zahorsky
Kardiologe, Angiologe
Herzzentrum Hamburg West
Asklepios Westklinikum Hamburg
Suurheid 20
22559 Hamburg
Tel. (040) 81 91 20 27
Fax (040) 81 91 20 34
Prof. Dr. Susanne Alban
Pharmazeutische Biologin
Pharmazeutisches Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Gutenbergstraße 76
24118 Kiel
Autorin des Beitrags:
Annette Willenbücher