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Schmerzen lindern ohne Pillen: Elektrotherapie

Elektrotherapie am Bauch einer Patientin © NDR Detailansicht des Bildes Die Methode ist eigentlich uralt und hilft den Museln dabei, sich zu entspannen. Schmerzen lindern mit Strom - das hört sich modern an, ist aber eine uralte Behandlungsmethode. Schon die Römer nutzten die Stromimpulse des Zitterrochens gegen Kopfschmerzen und Gicht. Inzwischen kommt die Elektrotherapie ohne Fisch aus. Spezielle Elektrotherapiegeräte bieten ein breites Spektrum mit niedrigen, mittleren und hohen Frequenzen. Sie haben jeweils unterschiedliche Wirkungen: So können sie Muskeln entspannen oder aufbauen, die Durchblutung anregen und Schmerzen lindern.

Wässrige Lösung in Zellen und Gewebe leitet Strom

Strom wirkt, weil der menschliche Körper ihn leiten kann - durch seine wässrigen Lösungen in Zellen und Geweben. Die angelegte Spannung lässt positiv und negativ geladene Teilchen entstehen, die positiven wandern zum Minuspol, die negativen zum Pluspol. So kommt einiges in Bewegung: Die Blutgefäße weiten sich und Entzündungsstoffe werden weggespült. Zusätzlich produziert der Körper jetzt eigene, schmerzhemmende Botenstoffe. Der Strom wird über Saugnäpfe in den Körper geleitet und fühlt sich an wie Nadelstechen. Für Akutschmerz gibt es einen speziellen Strom, der die Schmerzen sogar überdecken kann.

Krankenkassen übernehmen Kosten

Das Verfahren wird in Arztpraxen und Kliniken angeboten. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Im Anschluss an eine Elektrotherapie kann das Verfahren zuhause mit einem mobilen Gerät weitergeführt werden. Allerdings nicht als Dauertherapie, sondern in akuten Schmerzsituationen, um einen Gewöhnungseffekt zu verhindern. Rheumapatienten kann ein elektrisches Wannenbad helfen: Dabei fließt Gleichstrom mit einer Spannung von 24 Volt durchs Wasser und erreicht so alle Gewebe und Organe.

Elektrotherapie nur ein Impuls

Grundsätzlich ist der Strom gut verträglich. Weil er aber auch negative Prozesse im Körper verstärken kann, gibt es Ausnahmen: Bei Krebserkrankungen mit Metastasen, bakteriellen und fieberhaften Infekten kann Strom schaden. Bei einem Herzschrittmacher oder in Schwangerschaften sollte der Strom vorsichtig angewendet werden. Elektrotherapie ist nur ein Impuls - Betroffene müssen gegen die Schmerzen auch selbst aktiv werden, zum Beispiel mit Krafttraining oder Entspannungsmethoden.

Interviewpartnerin im Beitrag:

Andrea Böhnke
Masseurin und medizinische Bademeisterin
Müritz Klinik
Am Seeblick 2
17192 Klink
Tel. (03991) 74 00
Fax (03991) 74 01 61

Autorin des Fernsehbeitrags:
Sigrun Damas

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