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Schwere Beine
Strümpfe schnüren ein oder Schuhe werden zu eng - schwere und geschwollene Beine sind nicht immer harmlos. Auch Katrin L. hat diese Beschwerden und lässt sich ärztlich untersuchen.
Mehr als 80.000 Menschen in Deutschland leiden Schätzungen zufolge unter schweren, geschwollenen und schmerzenden Beinen, typischen Symptomen für ein Lymphödem oder - seltener - ein Lipödem.
Frauen besonders betroffen
Bei einem Lymphödem tritt eiweißreiche Flüssigkeit aus den Lymphgefäßen ins Bindegewebe über und führt dort zu Schwellungen. Ursachen können zum Beispiel Unterbrechungen der Lymphbahnen durch Verletzungen oder Operationen, aber auch angeborene Schwächen der Lymphgefäße sein. Frauen sind besonders von Schwellungen der Beine betroffen, da ihr Bindegewebe dehnungsfähiger ist. Einige einfache Tipps können das Anschwellen der Beine verhindern: Langes Stehen und Sitzen sind schlecht für die Beine, daher lieber Liegen oder Laufen, das regt die Blutzirkulation an und verhindert so den Stau von Blut in den Beinen. Das Tragen von Kompressionstrümpfen fördert den Rückstrom des Blutes zum Herzen. Strümpfe mit stützender Funktion sind im Fachhandel erhältlich. Kompressionsstrümpfe werden vom Arzt oder in Sanitätsfachhäusern individuell angepasst. Treppensteigen trainiert Muskeln und Gefäße in den Beinen.
Experten empfehlen außerdem das Tragen flacher Schuhe und häufiges Barfußgehen. Wechselduschen der Unterschenkel und Füße mit warmem und kaltem Wasser sind ein gutes Venentraining und bringen den Kreislauf in Schwung. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Generell wird empfohlen, täglich zwei bis drei Liter Wasser oder Tee zu trinken. Bei dauerhaften Beschwerden hilft in vielen Fällen die so genannte Lymphdrainage: Eine sanfte Form der Massage mit kreisenden Bewegungen, die das Lymphsystem anregt, überschüssiges Wasser aus den Beinen abzutransportieren. Sie darf nur von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Spezielle Griffe entlang der Lymphbahnen beschleunigen den Abfluss der Flüssigkeit, die Ödeme gehen zurück.
Lipödem: Wasseransammlungen im Unterhautfettgewebe
Bei Frauen können schwere, geschwollene Beine auch durch ein sogenanntes Lipödem hervorgerufen werden. Es handelt sich dabei um eine umschriebene Fettvermehrung, insbesondere an Ober- und Unterschenkeln. Die Ödeme entstehen durch Wasseransammlungen im Unterhautfettgewebe und führen zu Spannungs- und Schweregefühlen in den Beinen, die verstärkt abends und an heißen Tagen auftreten. Die betroffenen Stellen sind sehr berührungs- und druckempfindlich. Bereits nach kleinen Stößen treten Blutergüsse auf. Bei einem zumeist schlanken Oberkörper wirken die Beine unproportioniert dick, so dass die Betroffenen stark unter der kosmetischen Beeinträchtigung leiden.
Die Fettansammlungen lassen sich - im Gegensatz zu denen bei Übergewicht - weder durch Diäten noch durch Sport reduzieren. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können durch die Oberschenkelverdickung auch Gehbehinderungen auftreten und in seltenen Fällen auch die Arme betroffen sein. Die Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht bekannt. Da die ersten Symptome meist in der Pubertät oder nach Schwangerschaften auftreten, vermuten Experten hormonelle Auslöser. Die Neigung zum Lipödem scheint vererbbar zu sein.
Fettabsaugung schafft Abhilfe
Jahrelang wurden lediglich die Symptome der Erkrankung mit Hilfe der sogenannten komplexen physikalischen Entstauungstherapie - einer Kombination aus regelmäßiger manueller Lymphdrainage, Krankengymnastik und dem Tragen von Kompressionsstrümpfen - behandelt. Inzwischen steht die sogenannte Fettabsaugung (Liposuktion) unter Tumeszenz-Lokalanästhesie zur Verfügung. Dabei werden in örtlicher Betäubung mit Hilfe einer sehr dünnen, abgerundeten und vibrierenden Sonde die krankhaften Fettmassen abgesaugt. So können normale Körperformen wieder hergestellt und Beschwerden dauerhaft gelindert werden - für die Betroffenen ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität, doch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten von etwa 2.500 bis 5.000 Euro pro Eingriff nur in Einzelfällen.
Neben dem System aus Blutgefäßen verzweigt sich in unserem Körper noch ein weiteres Netz feiner Gefäße: das Lymphsystem. Hier wird Gewebewasser abtransportiert. Kommt Transport ins Stocken, hilft eine Lymphdrainage.
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