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Der graue Star ist eine häufige Alterserkrankung. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist eine Operation. Außerdem: Krampfadern - Welcher Eingriff ist der beste?
Wiederholung der Sendung
01.06.2012 01:45 Uhr
Rund 12.000 Neugeborenen in Deutschland kommen mit einer sogenannten Gallengangatresie zur Welt. Dabei liegt ein angeborener Verschluss der Gallenwege vor. Die Gallenflüssigkeit gelangt dabei nicht wie normalerweise über die Gallengänge in den Darm, sondern staut sich in die Leber zurück.
In Deutschland kommen rund 15.000 Babys mit einem angeborener Verschluss der Gallenwege zu Welt. Häufig kann den Kindern nur mit einer Spenderleber geholfen werden.
Sowohl in der Leber als auch im Rest des Körpers sammeln sich dadurch schädliche Stoffwechselprodukte an. Sie führen schließlich zum vollständigen Versagen des lebenswichtigen Organs. Unbehandelt kann das innerhalb der ersten drei Lebensjahre zum Tod der betroffenen Kinder führen.
Um den Leberschaden zu verhindern, wird daher bei den kleinen Patienten eine sogenannte Kasai-Operation durchgeführt. Dabei wird aus einem Darmstück ein Ersatzgallengang konstruiert, der die Gallenflüssigkeit in den Darm ableitet.
Häufig jedoch bleibt nur eine Lebertransplantation als einzige und letzte Behandlungsmöglichkeit. Die Wartezeiten auf ein geeignetes Organ sind lang, denn wie bei Erwachsenen ist auch bei Kindern der Bedarf höher als die Zahl der verfügbaren Organe. Allerdings lässt sich in vielen Fällen eine Spenderleber in mehrere Transplantate aufteilen, sodass im Idealfall mehrere Kinder von der Leber eines Erwachsenen profitieren können. Im Körper des Kindes entwickelt sich aus der transplantierten Teilleber ein vollständiges Organ.
Je früher eine Transplantation durchgeführt wird, desto besser sind die Chancen der kleinen Patienten auf Heilung. Medikamente reichen auf Dauer nicht aus, um die Leberfunktion aufrecht zu erhalten. Nicht selten verschlechtert sich der Zustand der Patienten während der langen Wartezeit kontinuierlich. Es drohen Komplikationen und Schäden an anderen Organen, die oft einen langen Krankenhausaufenthalt notwendig machen und die Chancen für eine erfolgreiche Transplantation mindern.
Prof. Dr. Ulrich Baumann
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Abteilung für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen
Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Thomas Becker
Transplantationschirurg
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Autorin der Fernsehbeiträge:
Antje Büll