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Der graue Star ist eine häufige Alterserkrankung. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist eine Operation. Außerdem: Krampfadern - Welcher Eingriff ist der beste?
Wiederholung der Sendung
01.06.2012 01:45 Uhr
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD gehört zu den weltweit häufigsten Todesursachen, obwohl nur wenige ihren Namen kennen. Die in der Regel durch langjähriges Zigarettenrauchen verursachte COPD ist 3 bis 4 Mal häufiger als der Herzinfarkt und lässt auf Dauer das Lungengewebe unwiederbringlich zugrunde gehen.
Ein chronisches Lungenleiden schwächt den ganzen Körper. Zwei neue Operationen können Betroffenen wieder mehr Luft verschaffen. Für wen sind diese geeignet?
Das erste Symptom ist ein scheinbar harmloser Raucherhusten, aus dem sich eine chronische Bronchitis entwickelt. Schließlich verengt die dauerhafte Entzündung die Atemwege so stark, dass eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entsteht. Trotz Medikamenten fällt das Atmen mit der Zeit immer schwerer, die Atemzüge werden flacher, können Lungen und Herz nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgen. Die verbrauchte Luft bleibt durch die Verengungen in der Lunge gefangen, frische Atemluft kann kaum noch nachströmen, das empfindliche Lungengewebe verliert an Elastizität und wird überbläht. Ein Lungenemphysem entsteht.
Die Betroffenen leiden immer stärker an Atemnot, denn die überblähten und schlaffen Lungenbläschen können ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Ganze Lungenabschnitte verlieren ihre Funktion und müssen oft in aufwändigen Operationen entfernt werden. Im Endstadium der Erkrankung bleibt als letzte Option nur noch die Lungentransplantation.
Doch ein neues Verfahren macht COPD-Patienten Hoffnung: Dabei setzen Lungenspezialisten winzige Titan-Ventile bei einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) in die erkrankten Bronchien ein – ganz ohne Schnitt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Anschließend sorgt das Ventil dafür, dass beim Einatmen keine weitere Luft in den bereits überblähten Lungenabschnitt eindringt, während beim Ausatmen die darin enthaltene Luft ausströmen kann.
So wird der funktionsuntüchtige Lungenabschnitt immer kleiner, der übrige gesunde Teil der Lunge kann sich wieder ausdehnen und mehr Luft aufnehmen. Eine Heilung ist zwar auch mit dieser Methode nicht möglich, die Ventile können aber das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten und die quälende Atemnot lindern.
Ein weiteres völlig neues Verfahren ist die Behandlung der geschädigten Lunge von innen mit heißem Wasserdampf. Mit einem feinen Schlauch wird das Endoskop an die kranke Stelle geführt, bevor über einen Ballon zehn Sekunden lang heißer Wasserdampf ins Innere der Lunge abgegeben wird. In der Folge vernarbt das kranke Areal und schrumpft innerhalb weniger Monate, sodass die gesunde Lunge wieder mehr Platz hat. Da in der Lunge keine Schmerzreize weitergeleitet werden, ist das Verfahren schmerzlos.
Für eine solche Thermoablation muss das Emphysem aber genau abgegrenzt sein und darf nur die oberen Lungenlappen betreffen. Demnächst sollen die Verhandlungen mit den Krankenkassen über die Zulassung der neuen Methode beginnen. Für beide Verfahren, Ventil und Wasserdampf, kommen allerdings nur Patienten in Frage, die das Rauchen vollständig aufgegeben haben.
Prof. Dr. Klaus F. Rabe
Chefarzt
Abteilung für Pneumologie
Krankenhaus Großhansdorf GmbH
Wöhrendamm 80
22927 Großhansdorf
Tel. (04102) 60 10
Priv.-Doz. Dr. Ralf Eberhardt
Oberarzt
Abteilung Innere Medizin - Pneumologie
Thoraxklinik-Heidelberg gGmbH
Amalienstraße 5
69126 Heidelberg
Autorin des Fernsehbeitrags:
Jutta Rosbach