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Bisher gibt es keine Therapie, die den geistigen Verfall stoppt. Doch es gibt verschiedene erfolgversprechende Ansätze. Außerdem: Was taugen Pulver-Diäten?
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Oft ist der Auslöser für das Nägelkauen Stress.
Rund zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland kauen gelegentlich an ihren Nägeln. Oft ist der Auslöser Stress. Die Nagelbeißer versuchen durch das Kauen Druck abzulassen. Später schleift sich die Angewohnheit dann so sehr ein, dass die Betroffenen auch in entspannten Situationen, zum Beispiel vor dem Fernseher, kauen.
Psychotherapeuten empfehlen eine kognitive Verhaltenstherapie, die Betroffene auch alleine anwenden können. Dafür sollten sie erst einmal genau beobachten, wann das Nägelkauen auftritt und darüber Protokoll führen. In welchen Situationen ist es besonders akut? Wann tritt es eigentlich nie auf? Dadurch können persönliche Risikosituation erkannt werden.
Im nächsten Schritt sollte sich der oder die Betroffene ein realistisches Ziel setzen. Möchte ich ganz aufhören oder reicht es zunächst, wenn ich fernsehe, ohne an den Nägeln zu kauen? Ist die Risikosituation erkannt und das Ziel festgelegt, braucht es eine Strategie, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn das Nägelkauen droht. So kneten einige Betroffene zum Beispiel vor dem Fernseher einen Ball oder sie cremen sich oft die Hände ein. Wichtig ist, dass das Nägelkauen überhaupt bemerkt wird und die Finger nicht automatisch zum Mund gehen. Später sollte sich der Betroffene für ein erfolgreiches Zwischenziel belohnen.
Viele Nagelbeißer bemerken nicht einmal, dass sie kauen. Um das zu verhindern, gibt es in jeder Apotheke eine bittere Tinktur, die man auf die Nägel aufträgt. Eine Flasche kostet bis zu acht Euro. Wichtig ist, dass der Lack regelmäßig aufgetragen wird - zum Beispiel immer abends vor dem Zähneputzen. So wird das Auftragen zu einem Ritual und kann nicht so schnell vergessen werden. Die Tinktur ist so bitter, dass das Nägelkauen nicht mehr angenehm ist und den Menschen auf seine Angewohnheit aufmerksam macht.
Viele Nagelstudios bieten außerdem eine spezielle Nagelbeißertherapie an. Den Betroffenen werden dort Nägel aus Kunstharz aufgesetzt, die so hart sind, dass Kauen beinahe unmöglich ist. Auch für Männer ist die Maniküre eine Option: Die Kunstnägel werden so gefeilt, dass sie nicht als solche erkennbar sind. Die erste Maniküre kostet rund 40 Euro, danach müssen die Nägel alle paar Wochen nachgebessert werden. Dies kostet jeweils circa 20 Euro.
Sind die Nägel regelmäßig so sehr beschädigt, dass starke Schmerzen entstehen, kann auch mehr dahinterstecken. Dann ist das Nägelkauen eine Art der Selbstverletzung und kann ein Anzeichen für größere Probleme sein - wie zum Beispiel einem drohenden Burnout. In diesem Fall sollte sich der Betroffene überlegen, einen Therapeuten aufzusuchen.