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Der graue Star ist eine häufige Alterserkrankung. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist eine Operation. Außerdem: Krampfadern - Welcher Eingriff ist der beste?
Wiederholung der Sendung
01.06.2012 01:45 Uhr
Immer häufiger bieten Ärzte Leistungen an, die nicht von den Krankenkassen bezahlt werden - die Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Ob erhöhtes Schlaganfallrisiko, Kopfschmerzen, Depressionen oder Demenz - viele Nervenärzte bieten zusätzliche Untersuchungen und Therapien an.
Immer häufiger bieten Ärzte Leistungen an, die nicht von den Krankenkassen bezahlt werden. Welche Individuellen Gesundheitsleistungen sind beim Neurologen sinnvoll?
Viele Patienten sorgen sich, dass eine Gedächtnisstörung ein Symptom einer beginnenden Demenz sein könnte. Hier schafft ein sogenannter Brain-Check Klarheit. Dazu gehören verschiedene psychologische Tests, bei denen die Kandidaten sich Begriffe merken oder räumliche Strukturen zeichnen müssen. Einige Neurologen machen bei einem Brain-Check auch eine Ableitung der Gehirnströme (EEG). Doch Experten halten das EEG hier für überflüssig, weil es zu unspezifisch ist. Neuropsychologische Tests sind jedoch sinnvoll. Wenn keine Symptome vorliegen berechnen Ärzte für Brain-Checks zwischen 30 und 250 Euro.
Manche Neurologen gehen noch weiter: Sie verkaufen Infusionstherapien als Alzheimer-Vorsorge. Vitamincocktails oder durchblutungsfördernde Substanzen sollen den geistigen Abbau bremsen. Ein fragwürdiges Versprechen, denn bislang ist kein Medikament bekannt, das das Entstehen einer Demenz verhindern kann. Die Infusionstherapien halten Experten für sinnlos. Die Unkosten in Höhe von 100 bis 300 Euro für fünf oder zehn Anwendungen können also gespart werden.
Zunehmend häufig bieten Neurologen die Transkranielle Magnetstimulation an. Starke Magnetfelder können Bereiche des Gehirns stimulieren oder hemmen - zurzeit wird untersucht, ob sich damit auf schonende Weise Depressionen behandeln lassen. Experten sind skeptisch: Dass Medikamente und Psychotherapie bei Depressionen helfen, steht fest. Aber auch bei diesen gesicherten Verfahren gibt einen relativ hohen Placebo-Anteil. Die Transkranielle Magnetstimulation kann bei einzelnen Menschen gegen Depressionen wirken - bei wem, lässt sich im aber Voraus nicht sagen. Diese Patienten haben meist schon vorher ein Medikament erfolglos eingesetzt. Eventuell handelt es sich also um einen Placebo-Effekt. Die Kosten der Magnetstimulation: 200 bis 400 Euro, bei häufiger Anwendung auch noch deutlich mehr.
Um Schlaganfälle zu verhindern kommt es darauf an, Risiken zu erkennen. Ein hohes Risiko sind verkalkte Halsschlagadern. Die können Neurologen mit einer Sonographie entdecken. Oft bieten sie diese als Zusatzleistung an. Ab 50 Jahre steigt das Risiko für die Entwicklung eines Schlaganfalles deutlich an. Zu diesem Zeitpunkt halten Experten es für sinnvoll, wenn auch ein Gesunder dieses Risiko abklären lässt. Ohne Anzeichen müssen Patienten die Untersuchung selbst zahlen - je nach Praxis und Aufwand von 50 bis zu 400 Euro. Hat der Patient schon einmal Vorzeichen eines Schlaganfalls, wie Sehstörungen oder kurze Lähmungen gehabt, ist die Ultraschalluntersuchung eine Kassenleistung.
Prof. Dr. Günther Deuschl
Direktor der Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3, Haus 41
24105 Kiel
Prof. Dr. Josef Aldenhoff
Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Niemannsweg 147
24105 Kiel
Tel. (0431) 597 25 50
Fax (0431) 597 25 68
PD Dr. med. habil. Roland Wenzelburger
Facharzt für Neurologie
Medizinisches Zentrum Altenholz
Dänischenhagener Straße 12 b
24161 Altenholz
Autor des Fernsehbeitrags:
Dr. Tilman Hassenstein