Frühchen: medizinische Herausforderung

Etwa acht Prozent aller Geburten in Deutschland sind Frühgeburten - etwa 60.000 im Jahr. Normalerweise dauert eine Schwangerschaft 40 Wochen. Als Frühgeborene gelten Kinder, die zwischen der 24. und 37. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt kommen. Das Geburtsgewicht der Frühchen kann dabei lediglich 500 Gramm betragen.

Herausforderung Frühchen

In Greifswald ist es Medizinern gelungen, ein nur zweiundzwanzig Wochen altes Frühgeborenes zu retten. Ein medizinisches Wunder auf der Schwelle zum Leben.

Da sowohl die Schwangerenbetreuung als auch die Neugeborenenintensivmedizin in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht haben, haben sich die Überlebenschancen für Frühgeborene erheblich verbessert. Die durchschnittliche Überlebensrate liegt mittlerweile zwischen 70 und 80 Prozent. Geburten vor der 24. Schwangerschaftswoche gelten aber weiterhin als besonders kritisch, da lebenswichtige Organe und Körperfunktionen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend entwickelt sind.

Atemtherapie und Bewegungstraining

Bei Geburten vor der 23. Schwangerschaftswoche liegt die Überlebenschance der Babys im einstelligen Prozentbereich. Für Geburten in der 22. Schwangerschaftswoche gibt es weltweit nur wenige Babys, die überlebt haben. Mit dem medizinischen Fortschritt in der Behandlung und Betreuung von Frühgeborenen geht allerdings auch ein erhöhtes Risiko für bleibende Schäden und nicht unerheblicher Entwicklungsverzögerung einher.

Nur etwa jedes dritte Frühchen entwickelt sich normal. Frühestmöglich erhalten die Kleinen daher eine physiotherapeutische Betreuung. Eine spezielle Atemtherapie trainiert die unreifen Lungen. Ein besonderes Bewegungstraining fördert die Entwicklung von Gleichgewicht und Lageempfindung sowie motorischer Funktionen außerhalb der schützenden Gebärmutter. Sind die Frühchen stabil genug, wirkt sich die sogenannte Kängeru-Pflege (Hautkontakt mit den Eltern) positiv auf ihre Entwicklung aus.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Sven Armbrust
Leitender Oberarzt der Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Greifswald
Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
Tel. (03834) 862 24 88
E-Mail: armbrust@uni-greifswald.de

Autorin des Fernsehbeitrags:
Annette Willenbücher

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Ein Früchen im Brutkasten wird vom Vater gestreichelt © UMG Fotograf: Manuela Janke
 

490 Gramm Überlebenswille

Greifswalder Mediziner konnten ein Baby in der 22. Schwangerschaftswoche retten. mehr

Ratgeber zum Thema

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Links

Die Elterninitiative für Früh- und Risikogeborenen in Hamburg e.V. informiert.

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