Röntgenblick der Chirurgen

Lange galt der "Röntgenblick" als unerfüllbarer Traum jedes Chirurgen. Mit der sogenannten "erweiterten Realität" rückt die Erfüllung dieses Traumes nun näher. Unter der "erweiterten Realität" versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung und ihre visuelle Darstellung.

Röntgenblick der Chirurgen

Mit dem sogenannten Röntgenblick können Ärzte Aufnahmen und reelle Bilder miteinander kombinieren. Der Arzt schaut also durch die Haut auf Muskeln, Sehnen und Knochen.

Im Bereich der Medizin sollen so die Informationen aus Röntgenaufnahmen, Ultraschall-, Computertomographie- oder kernspintomographischen Untersuchungen mit dem reellen Bild des Patienten kombiniert werden. So sollen Chirurgen mit Hilfe einer speziellen Brille die Möglichkeit erhalten, diese Aufnahmen direkt auf den Patienten zu projizieren. Ziel ist es, die Informationen so aufzubereiten, dass sie sich vollständig in Operationsprozesse integrieren lassen und auf den Blick des Chirurgen abgestimmt sind. Mit Hilfe von empfindlichen Infrarotsignalen werden die Daten und Positionen von Patient, Operateur und herkömmlichen bildgebenden Verfahren aufeinander abgestimmt. Blutgefäße, Nervenbahnen und Organe sowie unterschiedliche Gewebe sollen sich so auf Knopfdruck identifizieren und voneinander unterscheiden lassen.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird diese Technik bereits bei der Planung von komplizierten tumorchirurgischen Operationen am Gehirn angewendet. Neurochirurgen blicken dabei Schicht für Schicht in den Kopf des Patienten hinein und können so den schonendsten Weg  suchen und markieren, um Tumoren sicher  zu entfernen.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Nassir Navab
Institut für Informatik
Technische Universität München
Boltzmannstraße 3
85748 Garching

Dr. Simon Weidert
Ludwig-Maximilians-Universität München
Klinikum der Universität München
Campus Innenstadt, Chirurgische Klinik und Poliklinik
Lindwurmstraße 2a
80337 München
Tel. (089) 516 00

Autor des Fernsehbeitrags:
Jochen Becker

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