Abnehmen mit Magen-Bypass
Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter starkem Übergewicht. Für viele ist ein Magen-Bypass die letzte Hoffung, die Pfunde loszuwerden. mehr
Bei Menschen mit extremem Übergewicht (Adipositas), die mit herkömmlichen Diäten und Bewegungsprogrammen nicht mehr ausreichend abnehmen können, haben sich chirurgische Eingriffe wie Magenbypass, Magenband oder Magenballon trotz des nicht zu vernachlässigenden Operationsrisikos bewährt.
Noch immer weigern sich viele Krankenkassen, bei extrem Übergewichtigen die Kosten für eine Magenband- oder Bypass-Operation zu übernehmen.
Doch diese sogenannten bariatrischen Operationen verhelfen schwergewichtigen Patienten nicht nur zu einer deutlichen Reduzierung ihres Körpergewichts, sondern haben oft noch eine ganze Reihe weiterer positiver Auswirkungen auf die Gesundheit: Der Blutdruck sinkt, der Zuckerstoffwechsel normalisiert sich und das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko sinkt drastisch.
Was Experten schon seit langem vermuten, beweist nun eine aktuelle Studie aus Schweden mit mehr als 4.000 stark übergewichtigen Patienten, die über 15 Jahre beobachtet wurden. Die Untersuchung zeigt, dass die operierten Teilnehmer nicht nur deutlich stärker auf Dauer abgenommen hatten, sondern auch das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko um 30 Prozent gesenkt werden konnte, die Rate der Todesfälle sogar um 50 Prozent. Auch bei weiteren Faktoren wie Lebensqualität, Krebserkrankungen, Gelenkverschleiß und Diabetes waren die operierten Patienten deutlich im Vorteil.
Nun fordern Experten, diese neuen Erkenntnisse sollten dazu führen, dass solche Eingriffe für stark übergewichtige Patienten zu einer Regelleistung werden. Bisher müssen die Betroffenen die etwa 4.000 Euro teure Operation bei ihrer Krankenkasse per Einzelfallentscheidung bewilligen lassen. Willigt die Krankenkasse nicht ein, können die Patienten widersprechen und Klage vor dem Sozialgericht einreichen. Gerade bei stark übergewichtigen Diabetes-Patienten werden die Kosten dann meist doch übernommen.
Doch durch die Bewilligungspraxis deutscher Krankenkassen werden hierzulande nur etwa 5.000 Patienten pro Jahr operiert, im europäischen Ausland liegt diese Rate um ein Vielfaches höher. Auch private Krankenversicherungen genehmigen bariatrische Eingriffe oft schneller, da die Operation einschließlich der notwendigen Vor- und Nachbehandlung meist deutlich günstiger ist, als die Behandlungskosten von Folgeerkrankungen extremen Übergewichts wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauferkrankungen.
PD Dr. Oliver Mann
FACS, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Universitäres Adipositaszentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Dr. Wolfgang Tigges
Chefarzt der Chirurgischen Klinik
Adipositaszentrum Hamburg
Asklepios Westklinikum Hamburg
Suurheid 20
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Autorin des Fernsehbeitrags:
Ulrike Heimes