Markt

Gesunde Lebensmittel? Können Zusatzstoffe gefährlich sein?

von Arne Hell

319 Lebensmittelzusatzstoffe sind in der EU zugelassen. Für jede der Substanzen gibt es eine E-Nummer (von "e" wie "edible" - essbar). Es gibt natürliche Stoffe, die E-Nummern tragen, aber auch künstlich hergestellte: Farb-, Konservierungs- und Süßstoffe. Ob es sich um einen harmlosen oder einen eher bedenklichen Stoff handelt, ist an der Nummer zunächst nicht zu erkennen.

Stoffe mit E-Nummern

Geschmack, Farbe, Haltbarkeit - alles lässt sich mithilfe der sogenannten E-Stoffe verändern. Alle sind zugelassen. Doch sind die Lebensmittel mit den vielen E-Nummern wirklich unbedenklich?

Hinten drauf stehen meistens Namen, keine Zahlen

Alle Stoffe, die einem Lebensmittel zugesetzt sind, müssen in der Zutatenliste angegeben werden. Dort findet man aber in den seltensten Fällen einfach eine Zahl wie E210 oder E577. Stattdessen schreiben die Hersteller in der Regel die Namen der Stoffe hinten drauf. Die sagen den meisten Kunden nämlich kaum etwas, wogegen ein "E" nach Meinung von Verbraucherschützern eine eher abschreckende Wirkung habe. Dabei ist die große Mehrheit der Stoffe unbedenklich und harmlos. Dafür sollte man aber bei einigen wenigen genau hinsehen und nicht zu viel davon essen.

Künstliche Farbstoffe - Bunt, aber umstritten

Eine Gruppe von E-Stoffen steht allerdings seit Langem in der Kritik: die künstlichen Farbstoffe. Sie haben alle E-Nummern, die mit einer "1" beginnen, also beispielsweise E110 oder E129.

Als bedenklich gelten folgende Farbstoffe:

  • Tartrazin (E102): Gelber Farbstoff, verwendet in Süßigkeiten und Wasabi-Snacks. Kann Allergien auslösen. War bis 1998 in Deutschland nur für Liköre zugelassen. Seitdem ist er aber wieder für zahlreiche Lebensmittel erlaubt.

  • Chinolingelb (E104): Gelber Farbstoff, verwendet beispielsweise in Süßigkeiten. In den USA verboten, weil er angeblich unter Krebsverdacht steht. Kann Allergien auslösen. 

  • Gelborange S (E110): Orangefarbener Farbstoff. Kann Allergien auslösen. Nach Erkenntnissen der Verbraucherzentrale (vzbv) kann E110 Neurodermitis auslösen.

  • Azorubin (E122): Roter Farbstoff, verwendet in Süßigkeiten, eingemachtem Obst, Gemüse und in Getränken. Kann Allergien auslösen.

  • Cochenillerot A (E124): Roter Farbstoff, verwendet in Süßigkeiten und eingemachtem Obst und Gemüse. Kann Allergien auslösen.

  • Allurarot (E129): Roter Farbstoff, verwendet in Süßigkeiten und Getränken. Kann Allergien auslösen.

Alle diese Farbstoffe sind in einer britischen Langzeitstudie ("Southampton-Study") untersucht worden. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Stoffe bei Kindern Hyperaktivität verursachen können. Die Studie ist allerdings umstritten und die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erkennt die Ergebnisse nicht an. Trotzdem müssen ab kommenden August Produkte mit diesen Farbstoffen folgenden Warnhinweis tragen: "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen."

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/ernaehrung/zusatzstoffe102.html
Logo der Sendung Markt © NDR
Nächste Sendung: 14.02.2012 20:15 Uhr

Visite

1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Rheuma. Doch viele von ihnen werden unzureichend versorgt. Außerdem: Risiko verengte Halsschlagadern.

Wiederholung der Sendung

17.02.2012 02:15 Uhr

Zur Sendungsseite
Ratgeber zum Thema

Was bedeuten die E-Nummern?

Lebensmittel-Zusatzstoffliste
Verbraucherzentrale Hamburg
65. Auflage 2009
4,90 Euro 80 Seiten

Tel. (040) 248 32-0

Links

Das Onlinenachschlagewerk findet sich auf den Seiten des Deutschen Zusatzstoff-Museums in Hamburg.

Link in neuem Fenster öffnen

Die Verbraucher Initiative e.V. bietet eine Online-Datenbank zu E-Nummern.

Link in neuem Fenster öffnen

Der aid infodienst informiert auf seinver Verbraucherseite rund um das Thema Zusatzstoffe.

Link in neuem Fenster öffnen

Beratungen, Vorträge und Publikationen zu Verbraucherthemen.

Link in neuem Fenster öffnen