Chili - scharfe Schoten
Es gibt nicht nur einen Chili, sondern viele verschiedene Sorten. Jede hat ihr eigenes Feuer, aber alle sind garantiert gesund. Visite informiert. mehr
Eisiges Winterwetter: Wenn selbst dicke Socken nichts bringen und die Füße kalt bleiben, hilft eine Massage mit Chili-Öl. Durch das Capsaicin im Chili wird die Haut besser durchblutet und die Füße werden wieder warm. Der Wirkstoff ist auch in Wärmepflastern enthalten, denn das Chili macht die Rezeptoren weniger empfindlich für schmerzhafte Reize. Darum werden chilihaltige Wärmepflaster bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt. Bei Rücken- und Nackenschmerzen muss man mit solchen Pflastern allerdings vorsichtig sein, bei zu langer Anwendung können sie zu viel Wärme entwickeln und die Haut reizen.
Ingwer, Chili oder Knoblauch fördern die Verdauung, lindern Schmerzen und heizen dem Körper von innen richtig ein. Wie werden die natürlichen Scharfmacher eingesetzt?
In südlichen Ländern wird gerne mit Chili gekocht. Je wärmer die Gegend, desto schärfer das Essen. Die Bitterstoffe im Chili töten Krankheitserreger im Essen und im Verdauungstrakt ab.
Scharfe Chiligerichte helfen auch bei leichten Kopf- oder Zahnschmerzen. Denn ähnlich wie beim Wärmepflaster schüttet der Körper durch das Capsaicin schmerzlindernde Stoffe aus. An scharfes Essen muss man sich aber langsam gewöhnen - sonst kann die Magenschleimhaut geschädigt werden. Durch ein Stück Brot, Schokolade, Joghurt oder ein Glas Milch kann zu scharfes Essen abgemildert werden. Wer nach fettem Essen Blähungen und Magenprobleme bekommt, sollte zur Ingwer greifen.
Der Wirkstoff Gingerol im Ingwer regt die Magensaft- und Speichelproduktion an und unterstützt so die Verdauung. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden für einen Magen-Tee chinesische Kräuter mit Ingwer aufgekocht. Der Ingwer sollte getrocknet sein und entfaltet dann eine sehr stark wärmende Wirkung. Wegen seines scharfen Geschmacks wird frischer Ingwer bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, denn in dieser Form öffnet er die Poren und regt laut chinesischer Heillehre den Energiefluss an. Dadurch wird eine Erkältung bereits in der Anfangsphase reduziert.
Nach alter chinesischer Tradition kann Ingwer zusammen mit Beifuß auch bei Kopfschmerzen, chronischen Lungenerkrankungen oder Darmentzündungen helfen. Die Kombination von frischem Ingwer und Knoblauch ist ein gutes Hausmittel bei einer beginnenden Erkältung. Das Allicin im Knoblauch gilt als natürliches Antibiotikum. Noch ein bisschen Honig dazu und alles ein paar Minuten dünsten lassen bis es karamellisiert: Schon ein kleiner Löffel voll tötet Bakterien, Viren oder Pilze ab. Vorsicht: Dieses Rezept nur am Anfang einer Erkältung einsetzten, wenn man friert oder fröstelt. Ist schon Fieber vorhanden, kann die wärmende Wirkung der Mischung verstärkend wirken.
Wer Knoblauch mag, sollte ihn regelmäßig essen. Das Adenosin im Knoblauch wirkt auf den Cholesterin- und Lipidgehalt im Blut. Beides sinkt, wenn man ein bis zwei Zehen am Tag isst. Da Knoblauch auch blutdrucksenkend wirkt, kann es das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall mindern. Und wer zum Essen zu viel Wein getrunken hat, kann mit Wasabi seinen Körper wieder fit machen.
Wasabi - auch Japanischer Meerrettich genannt - regt den Blutkreislauf an und fördert die Sauerstoffzufuhr zu den Zellen. Es lohnt sich also, mehr scharfe Lebensmittel zu verwenden. Denn sie fördern die Verdauung, lindern Schmerzen und heizen dem Körper von innen richtig ein.
Dr. Sven Schröder
Neurologe, Akupunktur (Traditionelle Chinesische Medizin)
HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
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Reza Balkhi
Koch
El Tequito KG
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Autorin des Fernsehbeitrags:
Katja Gundlach