Salz beeinflusst Bluthochdruck

Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter zu hohem Blutdruck. Schon seit langem empfehlen Ärzte, den Salzkonsum einzuschränken, um der Entwicklung eines Bluthochdrucks vorzubeugen und bei bereits Betroffenen die Werte zu senken.

Ein Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hat nun den direkten Zusammenhang von Salzkonsum und Bluthochdruck bewiesen und gezeigt, dass sich der Blutdruck mit Salzverzicht wesentlich stärker senken lässt als bisher vermutet. In einem simulierten Flug zum Mars bleiben sechs Wissenschaftler zwar auf der Erde, aber für 520 Tage in ihrem Raumschiff in der Nähe von Moskau von der Außenwelt abgeschottet. Sie verzehren rund 15.000 Mahlzeiten, die die deutschen Wissenschaftler so präpariert haben, dass der Salzgehalt in Abständen geringer wird.

Der Langzeitversuch eröffnet der Blutdruckforschung die einzigartige Möglichkeit zu kontrollieren, wie viel Salz die Probanden tatsächlich essen. Regelmäßig messen die Kosmonauten ihren Blutdruck und geben Urinproben ab. Forscher der Universität Erlangen bestimmen daraus, wie der Salzhaushalt des Körpers auf den veränderten Salzgehalt in der Nahrung reagiert. Die Ergebnisse nach 256 Tagen zeigen, dass der Blutdruck direkt auf den Salzkonsum reagiert. Der Blutdruck sank schon bei der Reduktion des Kochsalzkonsums von den in Deutschland durchschnittlich verzehrten zwölf auf neun Gramm. Und der Trend setzte sich beim nächsten Schritt von neun auf sechs Gramm fort. Offenbar lässt sich der Blutdruck so deutlich beeinflussen, auch bei Gesunden.

Der Körper braucht Salz

Ganz ohne Salz geht es aber nicht: Es spielt eine lebenswichtige Rolle im Wasserhaushalt des menschlichen Körpers. Auch das Nervensystem, die Verdauung und die Muskelaktivität sind abhängig vom Salzgehalt des Blutes. Zellen funktionieren nur, wenn in und um sie herum eine ganz bestimmte Salzkonzentration herrscht. Etwa 200 Gramm Salz enthält der Körper eines Erwachsenen. Das meiste Salz nehmen wir als Kochsalz im Essen zu uns. Daneben gibt es noch andere Salzverbindungen wie zum Beispiel Kaliumsalze, die vor allem in Gemüse und Obst enthalten sind.

Der durchschnittliche Salzbedarf beträgt etwa sechs Gramm pro Tag. Viele fertige Nahrungsmittel enthalten zu viel Salz - zum Beispiel Brot und Brötchen: Schon der Verzehr von drei Brötchen ohne Belag deckt den Tagesbedarf an Salz. Oft wird der Salzgehalt auf der Verpackung nur verschlüsselt oder gar nicht angegeben. Das Problem: Der Körper gewöhnt sich an das Salz, sodass man auch selbst zubereitete Mahlzeiten stärker salzt. Eine tägliche Überdosis ist die Regel. Wer beim Kochen mit Kräutern statt Kochsalz würzt und überwiegend natriumarme Lebensmittel verwendet, kann viel tun, einem hohen Blutdruck vorzubeugen. Das gilt für Gesunde ebenso wie für Blutdruckpatienten. Bei Älteren ist dieser Effekt übrigens noch deutlich stärker.

Interviewpartner im Beitrag:

PD Dr. Jens Marc Titze
Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung
Abt. Nephrologie und Hypertensiologie
Nikolaus-Fiebiger-Zentrum, Universitätsklinikum Erlangen
Glückstraße 6
91054 Erlangen

Prof. Dr. Joachim Hoyer
Nephrologe
Direktor Klinik für Innere Medizin und Nephrologie am Standort Marburg
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH derRhön-Klinikum AG
Baldingerstraße 1
35043 Marburg
Tel. (06421) 586 64 81
Fax (06421) 586 63 65
E-Mail: nephro@med.uni-marburg.de

Dr. Ralf Bartels
Kardiologe
praxis westend - Medizinisches Versorgungszentrum
Spandauer Damm 130 - Haus 9
14050 Berlin-Charlottenburg
Tel. (030) 30 11 82 30
Fax (030) 30 11 82 33
E-Mail: info@praxis-westend.de

Autor des Fernsehbeitrags:
Volker Ide

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