Probanden gesucht
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung sucht Probanden.
Link in neuem Fenster öffnenSeit Jahrtausenden wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin Hafer bei Blutzuckerproblemen eingesetzt. Nun wird die Haferdiät auch hierzulande wieder genutzt.
Schon in der Antike war die heilende Kraft des Hafers bekannt und seit Jahrtausenden nutzt auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) dieses Getreide, um Blutzuckerentgleisungen aufzufangen. In deutschen Krankenhäusern ist diese früher auch hierzulande gebräuchliche Therapiemethode dagegen nahezu in Vergessenheit geraten. Dabei hat eine Studie der Heidelberger Universität vor wenigen Jahren belegt, dass eine zweitägige Haferkur bei einer Zuckerkrankheit die Halbierung der Insulindosis ermöglicht.
Die Haferkur soll die beim Altersdiabetes herabgesetzte Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin wieder verbessern, sodass der Körper selbst wieder weniger Insulin benötigt, um den Zuckerhaushalt zu organisieren. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Körper Zucker überhaupt verarbeiten und als Energielieferant nutzen kann - hat aber auch eine nicht zu unterschätzende Nebenwirkung: Hunger. Viele Diabetes-Patienten werden deshalb dick, mit weniger Insulin können sie viel leichter abnehmen. Die Hafer-Diät kann dabei helfen.
Auch für übergewichtige Patienten, die noch nicht an Diabetes leiden, sondern an einer Vorstufe, ist die Haferkur eine sinnvolle Ergänzung. Parallel zu ihrer normalen Diät ernähren sich die Patienten ein bis zwei Tage pro Monat nur von Hafer, Wasser und Tee - und profitieren danach für vier Wochen von einem deutlich verbesserten Stoffwechsel. Der Hafer wird morgens zehn Minuten in Wasser gekocht und mit Mandeln und Zimt serviert, mittags und abends in Gemüsebrühe gekocht und mit Schnittlauch verfeinert.
Der genaue Mechanismus, wie der Hafer den Zuckerstoffwechsel beeinflusst, ist bislang nicht geklärt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die im Hafer enthaltenen Fasern, die nicht verdaut werden, im Darm vorhandene Stoffe, wahrscheinlich Gallensäure, binden und so den Stoffwechsel verbessern. Studien zeigten, dass Hafer auch Entzündungsstoffe im Blut reduziert. Und: Menschen, die zwei oder mehr Portionen Vollkornprodukte pro Tag essen, haben ein um etwa 20 Prozent niedrigeres Risiko für Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt.
Wer mit Hafer seinen Alltag gesünder gestalten möchte, sollte morgens Müsli essen, abends aber keine Kohlenhydrate zu sich nehmen, um dem Körper eine Pause bis zum nächsten Morgen zu gönnen, in der er seinen Insulinhaushalt regenerieren kann. Diabetiker sollten aber vor einer Haferkur unbedingt mit ihrem Arzt sprechen, damit sie nicht Gefahr laufen, eine Unterzuckerung auszulösen. Informationen gibt auch das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen (Adresse unten angegeben).
Prof. Dr. Bjoern Andrew Remppis
Internist, Kardiologe
Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen
Herz-Kreislauf-Klinik Bevensen AG
Römstedter Straße 25
29549 Bad Bevensen
Tel. (05821) 82 17 03
Fax (05821) 82 17 77
Prof. Dr. Andreas Pfeiffer
Abteilung Klinische Ernährung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Bergholz-Rehbrücke
Autorin des Fernsehbeitrags:
Sara Rainer