Barfußlaufschuhe - gesunde Alternative?
Für Haltung und Gelenke sollen sie gut sein. Doch sind Barfußlaufschuhe wirklich gesund und bequem? Wir haben eine Walkergruppe und einen Mediziner zu dem Trend befragt. mehr
Viele verschiedene Laufschuh-Modelle sind auf dem Markt.
Laufschuhe müssen das Zwei- bis Dreifache unseres Körpergewichtes tragen und vor allem abfedern. Deshalb sollte man an dieser Stelle nicht sparen. Doch die Auswahl ist riesig und die Schuhe haben sich zu wahren Hightech-Geräten entwickelt: Gel-Dämpfung, Kippstütze, Cushlon-Sohle - das alles soll Verletzungen vorbeugen. Doch welche Schuhe sind wirklich gut?
Lange galten bei Läufern die sogenannten Dämpfungsschuhe als beste Wahl. Bei ihnen ist der hintere Teil der Sohle besonders weich gepolstert. Das soll den Fuß vor Verletzungen beim Aufprall (Impact) mit dem Boden schützen. Wichtig ist: Das weiche Abfedern der Sohle muss gut dosiert sein. Wird zu stark gedämpft, geht zu viel Energie verloren und die natürliche Laufbewegung wird gehemmt. Im Extremfall kann das zu Gelenkschäden führen.
Bei Joggern populär ist auch der sogenannte Motion-Control-Schuh (Bewegungskontrollschuh). Er soll verhindern, dass der Fuß beim Aufsetzen zu stark nach innen (Pronation) oder nach außen (Supination) knickt. Dafür sorgen zusätzliche Seitenstützen im Schuh. Doch auch die dürfen nicht zu stark sein, sonst kann es beim Joggen Knieprobleme geben. Im Extremfall kann es zu einer Arthrose im Gelenk kommen. Spezielle Bewegungskontrollschuhe sind nach Angaben das Instituts für Biomechanik an der Deutschen Sporthochschule Köln nur bei orthopädisch auffälligen Füßen sinnvoll.
Eine neuere Entwicklung sind die sogenannten Neutralschuhe. Sie sind eine Kombination aus Dämpfungs- und Bewegungskontrollschuh. Es gibt eine moderate Dämpfung und eine ebenfalls moderate Abstützmöglichkeit im Neutralschuh. Nach Meinung der Biomechaniker sind Neutralschuhe für normale Jogger-Füße gut geeignet.
Der allerneueste Sportschuh-Trend ist der sogenannte Barfuß-Schuh. Dieses hochflexible Schuhwerk soll das Barfußlaufen auf weichem Rasen simulieren. Dafür sorgen dünne, extrem biegsame Sohlen. Außerdem setzt der Fuß deutlich flacher auf als in anderen Laufschuh-Modellen. Studien an der Sporthochschule Köln zeigen: Der Weg "zurück zur Natur" ist tatsächlich gut für die Fußmuskeln und Gelenke. Barfuß-Schuhe trainieren die Muskeln. In Studien nahm die Muskelkraft der Läufer in wenigen Monaten um bis zu 20 Prozent zu. An Barfuß-Schuhe müssen sich Großstadtfüße allerdings erst einmal gewöhnen. Sportmediziner raten, solche Schuhe zunächst einige Wochen im Alltag auszuprobieren und sie danach beim Joggen auf kürzeren Strecken zu tragen.
Sportmediziner raten, Laufschuhe nicht beim Discounter, sondern im Fachgeschäft zu kaufen. Viele Spezialläden haben inzwischen auch ein Laufband, auf dem man Probe laufen kann. Das kann hilfreich sein. Wichtiger ist aber der qualifizierte Verkäufer. Der sollte sich die Füße und die Art des Laufens erst einmal genau ansehen (ohne Socken). Außerdem sollte man zum Kauf die eigenen Laufsocken mitbringen. Beim Anprobieren muss der große Zeh nach vorne einen Fingerbreit Platz haben. Ein erfahrener Verkäufer erkennt auch, ob der Schuh breit genug ist.