Unsere Geschichte

Unsere Geschichte - Als die Nordfriesen nach New York kamen

Samstag, 11. November 2017, 11:30 bis 12:15 Uhr

In den wirtschaftlich mageren Zeiten suchten Menschen der Nordfriesischen Inseln Föhr und Amrum ihr Heil in Übersee. Ihnen war New York seit Generationen näher als Hamburg, Berlin oder irgendeine andere deutsche Stadt. "Unsere Geschichte" erzählt von vier Familien, deren Lebenswege einige Ähnlichkeiten aufweisen - und doch sind sie sehr verschieden.

Ocke und Christa Bohn sind 1950 ausgewandert, weil die Insel Föhr den jungen Eheleuten damals wenig zu bieten hatte. Der Tourismus steckte noch in den Kinderschuhen. Die bescheidene Landwirtschaft konnte unmöglich alle Mitglieder der oft kinderreichen Familien ernähren. Da erschien ihnen Amerika als das "gelobte Land". Sie blieben gut zehn Jahre dort, arbeiteten hart und verdienten mit "Delicatessen" das Startkapital für die Zukunft in der Heimat.

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Der Amrumer Detlef "Pimo" Boyens.

Der Amrumer Detlef "Pimo" Boyens blieb mit seinen Eltern und der älteren Schwester zwar nur drei Jahre auf Long Island, doch die Zeit im Jachtclub war die schönste seines Lebens, wie er sagt. Amerikanische Bootsbesitzer erlebte er als bequem und großzügig, deshalb konnte er schon als Junge viele Dollars sparen und sie später zu Hause ins eigene Haus stecken.

Gerhard "Gelly" Martinen lernte seine Frau Marianne beim Tanz im "Föhrer und Amrumer Krankenunterstützungsverein New York" kennen. Beide stammten von Amrum. Sie war schon als Kind mit ihren Eltern ausgewandert und sprach kein Deutsch. Und er konnte kaum ein Wort Englisch, als er 1962 gerade angekommen war. Als Gelly sich gerade eingewöhnt hatte, wurde er eingezogen und musste zwei Jahre lang Wehrdienst in der Army leisten. Anschließend heiratete er Marianne und gemeinsam schufteten sie später im eigenen "Delicatessen"-Store, obwohl der gelernte Tischler nie im "Deli" landen wollte. 1974 kehrten sie mit zwei Kindern nach Amrum zurück.

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Pauline Höfer blickt aufs Watt.

Pauline Höfer, in New York zur Welt gekommen, aber auf Amrum aufgewachsen, wollte nach einer Banklehre endlich ihre Geburtsstadt besuchen. Geplant waren acht Monate Aufenthalt in den USA, es wurden 40 Jahre und sechs Monate. Doch auch sie lebt heute wieder in Deutschland, abwechselnd auf Amrum und Föhr.

Redaktion
Katrin Glenz
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Autor/in
Carsten Prehn