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Kult Karosse Karmann

Samstag, 18. November 2017, 11:30 bis 12:15 Uhr

Der Karmann Ghia hat Autoliebhaber verzaubert. Das Modell auf VW-Basis mit italienischem Design war Symbol der Sehnsüchte der Nachkriegszeit. Gefertigt wurden die Wagen bei der Firma Karmann in Osnabrück. Zu den dort gebauten Autos gehören viele Klassiker: Golf- und Käfer-Cabrio, BMW Coupé 2000, Mercedes CLK. Doch mit einem Wagen hat Karmann ganz große Geschichte geschrieben: dem Ghia. Die Dokumentation spürt dem Mythos nach und erinnert sich mit ehemaligen Malochern, Managern und Motorfans an die Zeit, als die Osnabrücker Produkte Weltruf genossen.

Statussymbole des wirtschaftlichen Aufschwung

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Die größten Verkaufsschlager von Karmann waren der Ghia und das Käfer-Cabriolet.

Zwischen 1955 und 1974 wurden rund 440.000 unterschiedliche Modelle des Karmann Ghias verkauft. Käfer-Cabrios und Karmann Ghias aus Osnabrück waren Statussymbole des wirtschaftlichen Aufschwungs. Obwohl die Motoren des Ghias nur eine kleine Leistung hatten, galten die Wagen als Inbegriff von Eleganz. Kein Wunder also, dass gerade viele Frauen ihn liebten. Filmstars wie Romy Schneider und Petra Schürmann fuhren einen Ghia und in zahlreichen Werbefotografien der Zeit stand oft irgendwo ein Ghia als Blickfang im Bild.

Karmann-Beschäftigte schwärmen von ihrem Unternehmen

"Karmann war ein tolles Unternehmen. Wer hier arbeiten durfte, hatte mehr als einfach einen Job, wir waren stolz auf unsere Autos." Solche Sätze sind auch heute noch von ehemaligen Karmännern zu hören. Und das hat mehrere Gründe: zum einen das Produkt selbst, zum anderen das Klima im Osnabrücker Unternehmen. Karmann förderte seine Mitarbeiter, war technisch immer auf dem neuesten Stand und zum Tariflohn gab es individuell unterschiedliche Sonderzahlungen. Auch das motivierte die Beschäftigten. Zu Spitzenzeiten - in den 50er-Jahren - arbeiteten bis zu 8.000 Menschen bei Karmann.

Nach der Insolvenz übernahm VW

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Das ehemalige Karmann-Werk im Osnabrücker Stadtteil Fledder.

Karmann machte sich nicht nur als Karosseriebauer einen Namen, sondern auch als patenter Entwickler und Fertiger von Cabriolets. Das erste Faltdach-Patent wurde bereits 1913 angemeldet  Dieses große Know-how sicherte lange Zeit die Zukunft an allen Karmann-Standorten der Welt. Mit Beginn der Jahrtausendwende wurde es aber zusehends schwieriger, in einem Nischenmarkt wie der Fahrzeugveredelung finanziell zu überstehen. Der Preisdruck wuchs, frisches Geld für neue Entwicklungen war nicht mehr so leicht zu beschaffen. Nach der Insolvenz 2009 übernahm VW die noch wirtschaftlichen Sparten Karmanns. So werden auch heute noch - allerdings mit deutlich weniger Mitarbeitern - Autos in Osnabrück produziert.

Der Mythos lebet weiter

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Immer noch ein Blickfang - der Karmann Ghia.

Der Karmann-Mythos lebt jedoch weiter: bei den zahlreichen Fanclubs weltweit, auf ihren Treffen, ihren Rundfahrten und Stammtischen. Und mit etwas Glück sieht man manchmal einen funkelnden Karmann Ghia auf der Autobahn - mit unermüdlich surrendem Motor und einem lächelnden Fahrer am Lenkrad.

Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

Weitere Informationen

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Leitung der Sendung
Marlis Fertmann
Redaktion
Susanne Wachhaus
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Autor/in
Joop Wösten