Magdalena Neuner ist die beste Biathletin aller Zeiten.
Gut aussehend, eloquent, offen und freundlich: Die 25-Jährige, am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren, ist der Traum aller Medien.
Vor allem aber war sie erfolgreich.
Doppel-Olympiasiegerin, zwölffache Weltmeisterin, 34 Weltcupsiege, Siegerin im Gesamtweltcup 2008, 2010 und 2012: "Gold-Lena" hat ...
... alles erreicht.
Bereits bei ihrem ersten WM-Start 2007 heimste Neuner, die mit neun Jahren zum Biathlon kam und schon als Jugendliche als größtes deutsches Talent galt, gleich drei Titel ein.
Außerhalb der Loipe war die Senkrechtstarterin für jeden Spaß zu haben. Auch, wenn der daraus bestand, von drei "Bumsis" - so der Name des WM-Maskottchens 2007 in Antholz - auf Händen getragen zu werden.
Ihre erste komplette Weltcupsaison schloss Neuner 2007 auf Rang vier in der Gesamtwertung ab.
Trotz der frühen Erfolge blieb sie bescheiden und auf dem Boden.
Unbeschwert und trotzdem selbstbewusst, ...
... so lautete das Erfolgsgeheimnis der Sportlerin des Jahres 2007.
"Sie ist extrem leistungsorientiert, stets motiviert und ihr Laufstil ist eine Augenweide", schwärmte Bundestrainer Uwe Müßiggang in der "FAZ".
Ihre sympathische, unbefangene Art machte sie zu einer der beliebtesten Sportlerinnen im Land.
Während der WM 2008 in Östersund besuchte sie den Elchpark "Moose Garden". Mit Elchkuh Blenda verstand sich die Biathletin so gut, dass sie kurze Zeit später die Patenschaft für eines der Jungtier-Zwillinge Blendas übernahm. Die kleine Elchkuh trägt seitdem den Namen "Neuner".
Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver sammelte Neuner dreimal Edelmetall:
Sprint-Silber zum Auftakt folgten Goldmedaillen in der Verfolgung und im Massenstart.
So ausgelassen sah man Neuner dann jedoch in Kanada selten. Ihr machte der Rummel zu schaffen. Wegen der stressigen Tage erklärte Neuner ihren Verzicht auf die Staffel - auch um ihren Teamkolleginnen einen Medaillengewinn zu ermöglichen. Dafür wurde sie von der Deutschen Olympischen Gesellschaft mit der Fair-Play-Plakette geehrt.
Positiver Stress: Großer Bahnhof beim Empfang in Wallgau, wo die Doppel-Olympiasiegerin lebt und aufgewachsen ist.
Das Dorf und die Natur sind ihre Heimat. Dort will Neuner, die Traditionen schätzt, nicht mehr weg.
Auch Neuners Lebensgefährte Josef Holzer kommt aus Wallgau. Bei der Gala zum Sportler des Jahres 2010 nahm die Biathletin ihren Freund mit. Ansonsten meidet das Paar lieber die Öffentlichkeit.
2011 in Khanty-Mansiysk avancierte sie zur erfolgreichsten Biathletin der WM-Geschichte.
In sechs Rennen holte sie fünf Medaillen, gewann Gold in Sprint und Massenstart, Silber in der Verfolgung und der Mixed-Staffel.
Schließlich übernahm sie erstmals in einer WM-Staffel die Verantwortung als Schlussläuferin. Mit einer Minute Rückstand ging sie in die Loipe - und lief zu Gold.
"Ich habe keinen Druck mehr, was jetzt kommt ist Zugabe", hatte Neuner schon im März 2010 konstatiert.
Am 6. Dezember 2011 erklärte die Rekordweltmeisterin wie schon zuvor im Gespräch mit den Sportclub Stars des NDR Fernsehens angekündigt ihren Rücktritt nach dem Winter 2011/12.
Bei der Heim-WM in Ruhpolding im März 2012 sicherte sich Neuner ein letztes Mal Edelmetall: Gold im Sprint und mit der Frauen-Staffel, Silber in der Verfolgung und Bronze mit der Mixed-Staffel.
Mitte März holte sich die Rekord-Weltmeisterin noch zum dritten Mal den Gesamt-Weltcup - dann war Schluss. "Jetzt werde ich anfangen, mein normales Leben zu leben. Es
fühlt sich nicht wie Abschied an. Jetzt beginnt etwas Neues", sagte die 25 Jahre junge "Frührentnerin".