Schönes Landleben

Schönes Landleben XXL - Insel Öhe – Familienglück und Kuhgebrüll

Sonntag, 08. Mai 2016, 13:00 bis 14:30 Uhr

Die kleine Insel Öhe - nur für Nicolle und Mathias Schilling und ihre beiden Kinder. Um den Traum von etwa 70 Hektar halten zu können, braucht es Tatendrang, gute Ideen und in der Hochsaison bis zu 16 Stunden Arbeit. Sie züchten Rinder auf dem kleinen Eiland zwischen Hiddensee und Rügen. Das Problem ist: Die Insel ist zu klein, um von dem Ertrag allein leben zu können.

Das Fleisch ihrer Bio-Rinder wird zur Grundlage mehrerer Geschäftsideen. Direkt auf der anderen Seite des Wassers, keine 30 Meter von der Öhe entfernt, eröffnen sie im kleinen Küstenort Schaprode ein Restaurant und beköstigen ihre Gäste mit dem köstlichen Salzwiesenfleisch. Auch ein Hofladen mit den Produkten ihrer Kühe soll Umsatz bringen. Die neue Idee: ein Verkaufswagen, der auf den Märkten der Umgebung Werbung für den Gasthof machen wird.

Familienglück und Kuhgebrüll

Mit großem Elan arbeiten Mathias und Nicolle für ihren Inseltraum und dennoch bleibt zu jeder Zeit die Frage: Werden die vielen Geschäftsideen aufgehen und den Schillings ein Leben auf der Öhe ermöglichen? Und ein Hinderniß hat Mathias nicht bedacht: Einige in Schaprode akzeptieren ihn nicht als einheimisch. Zwar ist die Öhe seit fast 700 Jahren in Familienbesitz und gehört zur Ortschaft Schaprode, aber für viele ist er ein "Wessi", weil er in Schleswig-Holstein geboren und aufgewachsen ist. "Es scheint, dass so eine geografische Trennung, wie das Wasser, auch immer eine andere Trennung mit sich bringt".

Der Vater, Carsten Schilling, ist 1965 mit einem Faltboot von der Öhe in den Westen geflohen - wovon er eindrucksvoll erzählen kann. Trotz der teilweise erdrückend vielen Arbeit nehmen Nicolle und Mathias Schilling auch ihre Auszeiten, kleine Nachmittagsurlaube mit den Kindern auf der eigenen Insel. Sie werden die Hoffnung, das kleine Eiland Öhe als ihren Lebensmittelpunkt halten zu können, nicht aufgeben.

Redaktion
Ralf Kosack
Marion von Oertzen
Autor/in
Janos Kereszti