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In diesem Räumen hat Valeska Gert fast 30 Jahre lang ihr Kabarett betrieben.
Wer den Namen "Sylt" hört, der verbindet damit in der Regel Meer, Sand und Badespaß. Nur wenige wissen, dass es auf der Nordseeinsel fast drei Jahrzehnte lang ein Kabarett gab, das in der Welt einmalig war: den "Ziegenstall". Das liegt vor allem an seiner Besitzerin, Valeska Gert. Die Wahl-Sylterin gilt in den 20er Jahren als modernste Frau der Welt und gleichzeitig als schrille Skandalnudel. Ihr künstlerischer Einfluss macht sich an vielen Stellen bemerkbar - so ist der moderne Tanz ohne sie kaum denkbar.
Im Berlin des Kaiserreichs und der Weimarer Republik ist sie ein Skandal. Sie tanzt den Orgasmus auf der Bühne, hält sich an keine Regeln. Dichter und Regisseure sind begeistert. Valeska Gert flieht vor den Nazis nach New York und eröffnet dort eine Bar, die in kürzester Zeit Kultstatus erlangt. Nach dem Krieg geht sie zunächst nach Berlin, später dann nach Sylt. Dort eröffnet sie im Jahr 1951 das Kabarett "Ziegenstall". In einer alten Reetkate auf der Insel singen und tanzen junge Talente, Valeska Gert prägt durch ihre Kommentare die Atmosphäre.
Auf Sylt wird sie bekannt als "Katze von Kampen", weil sie häufig in schriller Kleidung im Ort unterwegs ist. Die Jugend ist von ihr begeistert: Diese Frau hat die Welt gesehen und bringt ein bisschen internationales Flair in das Provinzleben der Insel.
1978 stirbt sie einsam in ihrem Haus, erst Tage später brechen Nachbarn die Tür auf und finden sie. Der "Ziegenstall" wird von den Erben abgerissen, heute steht hier ein Apartmenthaus. In unserer Zeitreise erzählen wir mit Hilfe von Zeitzeugen und alten Filmausschnitten vom legendären Kabarett und seiner Besitzerin Valeska Gert.