Zeitreise: Kanonier auf der "Schleswig-Holstein"
Das Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" beschoss 1939 ein polnisches Militärdepot. Dieser Angriff löste den Zweiten Weltkrieg aus. Mit an Bord: Kanonier Hermann Gerdau aus Ellerau. mehr
Jahrhunderte alte Glocken wurden eingeschmolzen, weil Kupfer und Zinn für den Krieg gebraucht wurde.
An die 90.000 Glocken sollten während des 2. Weltkrieges eingeschmolzen werden. Deutsche Kirchen und auch Gotteshäuser aus den besetzten Gebieten mussten damals ihre Glocken abliefern. Man brauchte für den Krieg Kupfer und Zinn. Nur 16.000 von ihnen überstanden den Krieg "ungeschmolzen". Sie wurden auf dem Glockenfriedhof im Hamburger Freihafen entdeckt. Nach der Kapitulation fragten die Kirchengemeinden sofort an, was mit ihrer Glocke passiert sei. Viele erfuhren daraufhin, dass ihre teilweise Jahrhunderte alten Glocken eingeschmolzen worden waren.
Heute hängen in einigen Kirchen Schleswig-Holsteins Glocken, die zuvor jenseits der Oder-Neiße-Linie ihren Dienst getan hatten.
Einige Glocken aber blieben verwaist. Der Grund: Sie kamen aus dem Gebiet jenseits der Oder-Neiße-Linie - aus Schlesien, Ostpreußen und Pommern. Viele der dortigen Kirchen waren zerstört worden. Zahlreiche Kirchengemeinden waren außerdem in den Westen geflüchtet. Rechtsnachfolger für diese Kirchengemeinden wurde die Evangelische Union mit Sitz in Berlin. Ihr gehörten damit auch die Glocken aus dem Hamburger Freihafen. Was aber machen mit dem Kriegserbe? Viele Kirchen im Westen, die ihre Glocken verloren hatten, meinten nun, es wäre doch schön, wenn diese Glocken bei ihnen läuten könnten. Es wurden Leihverträge aufgesetzt. Und so läuten in vielen Kirchen in der Bundesrepublik Glocken, die zuvor über Jahrhunderte in Kirchen Schlesiens, Ostpreußens oder Pommern erklangen.
In unserer Zeitreise erzählen wir vom Schicksal vierer Glocken, die heute in drei schleswig-holsteinischen Kirchen läuten. So kommen zwei der Glocken der Preetzer Stadtkirche aus Groß Wartenberg in Schlesien, heute das polnische Sycow. Auch in Bosau läutete die heutige Stundenglocke früher ganz woanders, und zwar in Steinau, im Kreis Flatow, Pommern. Aus diesem Kreis stammt auch die Pommernglocke in der Eutiner St. Michaeliskirche.