Schleswig-Holstein Magazin
Groß-Razzia im Rocker-Milieu: Durchsuchungen im Großraum Kiel
Wiederholung der Sendung
25.05.2012 04:15 Uhr
25.05.2012 10:00 Uhr
Krempdorf im Kreis Steinburg liegt zwei Kilometer westlich von Krempe und ist ein typisches Straßendorf. Bis auf einige Exklaven in anderen Ortschaften, deren Entstehung historisch begründet ist, leben nahezu alle Krempdorfer in der "Dorfstraße". Das klingt idyllisch, aber ruhig ist die Dorfstraße nicht. Durchgangsverkehr prägt das Bild, und Geschwindigkeitsüberschreitungen sind ein großes Problem für die 255 Einwohner.
Die Nähe zu Krempe ist ein Vorteil: Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Einrichtungen, die es im Ort selbst schon lange nicht mehr gibt. Von Krempe aus können die Dorfbewohner auch mit der Bahn nach Hamburg gelangen. Doch die Bahnstrecke bringt auch Nachteile mit sich: Sie zerteilt die Felder der Krempdorfer Landwirte. 75 Prozent ihrer Flächen liegen jenseits der Bahn. Um von den Betrieben zu den Feldern zu gelangen, müssen die sieben Landwirte die privaten Bahnübergänge nutzen. Neun gibt es davon - unbeschrankt. Eine Telefonanlage, an der sie bei der Bahn ankommende Züge erfragen können, ist die einzige Sicherung. Den Krempdorfern ist das nicht genug. Es sind bereits tödliche Unfälle passiert. Seit vier Jahren steht die Gemeinde schon in Verhandlungen mit der Bahn, damit wenigstens einer der Übergänge mit einer Schrankenanlage ausgestattet wird. Bisher ohne Erfolg.
Doch dass sie ein streitbares Dorf sind und nicht so leicht aufgeben, haben die Krempdorfer schon einmal bewiesen: Als vor 20 Jahren Hamburger Hafenschlick in Schleswig-Holstein abgelagert werden sollte, stand auch Krempdorf auf der Liste der in Frage kommenden Gemeinden. Krempdorf wehrte sich, verhinderte gemeinsam mit den anderen Dörfern, dass die Deponie kam. Der Schlick blieb in Hamburg - die Krempdorfer in Krempdorf.
Sie fühlen sich wohl hier und genießen vor allem den freien Blick über Felder und Äcker - ohne Deponie und jenseits der viel befahrenen Straße.