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Rund um den Michel: Freundschaft in der Großstadt



Sonntag, 16. Juni 2013, 18:00 bis 18:45 Uhr [VPS 18:00]
Wiederholung am Montag, 17.06.2013 um 01:10 Uhr

Händedruck zweier Männer © fotolia.com Fotograf: Yuri Arcurs Detailansicht des Bildes

Freundschaft mit begrenztem Bleiberecht
Hosain Amani musste bereits als Teenager lernen, dass es Situationen gibt, in denen man nur sich selbst helfen kann. Bei der Überfahrt von Griechenland in die Türkei, in einem Boot voller Flüchtlinge. Frauen und Kinder ertranken - er war auf sich gestellt und überlebte. Über Umwege ist der gebürtige Afghane, heute 18 Jahre alt, nach Hamburg gelangt. Ohne Pass, ohne Aufenthaltserlaubnis. Er kann jederzeit abgeschoben werden. Trotzdem hat er angefangen, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Und eine wichtige Freundschaft geknüpft. Mit dem 19-jährigen Nuri, ebenfalls Flüchtling aus Dagestan, teilt er seine größte Leidenschaft: die Musik. Die beiden rappen in der Flüchtlingsband "The Refugees", die zur Zeit durch Deutschland tourt. Wir haben die zwei in Hamburg getroffen und erzählen die Geschichte einer Freundschaft in der Warteschleife.

Freundschaft auf die alten Tage
"Ich bin sehr dankbar, dass ich sie habe. Sie passt auf mich auf." Hedwig Süme sieht zu ihrer Freundin Gerda Harders hinüber, die halb gerührt, halb trotzig den Kopf schüttelt und meint: "Das ist doch selbstverständlich." Ganz so selbstverständlich ist es aber nicht, denn Frau Harders ist 86 und Frau Süme 100 Jahre alt. Ein Alter, in dem viele alleine sind. Weil die alten Freunde vielleicht nicht mehr leben und die Kraft fehlt, sich noch einmal ganz neu auf einen Menschen einzulassen. Nicht bei Frau Süme und Frau Harders: Zusammen mit Karoline Wicke, ebenfalls 86 Jahre alt, sind die drei unzertrennliche Freundinnen im Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer. Sie haben sich dort erst kennen und schätzen gelernt. Jetzt verbringen sie viel Zeit miteinander und genießen jeden Moment ihrer späten, aber innigen Freundschaft.

"Rooks and Rocks": eine bunte Geschäftsfreundschaft
"Rico," sagt Viktor und grinst breit, "ist farblich nicht so mutig wie ich. Der trägt höchstens mal Weinrot!". Er lässt die Hosenträger schnalzen und lehnt sich auf seinem Barhocker zurück. Der Barhocker mit Sitzfläche aus geflochtenem Stahl steht an einem hohen, massiven Eichentisch. Auf dem Tisch liegt ein Telefon. Das Telefon klingelt. "Rooks and Rocks, Viktor am Apparat! Was kann ich für Sie tun? Der Anzug, ja, Moment. Mein Kollege schaut einmal nach." Sein Kollege heißt Simon, ist farblich ebenso mutig wie Viktor, und lässt die Finger über die Tastatur eines MacBook sausen. "Moment," sagt er, "hab's gleich! Ja, der kommt Morgen rein!" Dann kommt auch Rico, der Dritte im Bunde, der nebenher noch einen anderen Job hat; weshalb er nicht immer im Geschäft sein kann. Viktor, Simon und Rico sind Freunde, haben mal zusammen gewohnt, öfter zusammen gefeiert und hatten dann - zusammen - eine Idee: Mode machen. Anzüge. Warum? Weil alle Drei Anzüge mögen. Ganz simpel. Deshalb haben sie das Modelabel "Rooks and Rocks" gegründet. Das gut läuft, Ende des Sommers eröffnen sie ihr zweites Geschäft. Und die Freundschaft? Die läuft auch. Und ist, so sagen sie, ihr Schlüssel zum Erfolg.

Die Brücke der Freundschaft
Jede Freundschaft hat ein Fundament. Einen gemeinsam verbrachten Lebensabschnitt etwa, die Kindheit, ein Studium, oder ein gemeinsames Hobby wie Singen oder Kegeln. Die Freundschaft zwischen dem ehemaligen Polizeiseelsorger Peter Meincke und Rolf Schoepke basiert auf einer einzigen, kurzen Begegnung - aber die war so intensiv, dass sie keiner von beiden jemals vergessen wird.

Salut Salon - eine musikalische Freundschaft der besonderen Art
Angelika Bachmann und Iris Siegfried haben sich vor über 20 Jahren als Kinder im Schulorchester kennengelernt. Ihre Liebe zur Musik hat die beiden virtuosen Geigerinnen seitdem eng verbunden. Nach dem Abitur sind sie zusammen in eine WG gezogen, sie haben eine gemeinsame Weltreise gemacht und nebenher immer auch mit Straßenmusik und kleinen Auftritten Geld verdient. Mittlerweile sind sie als Gründerinnen des Kammermusik-Quartetts "Salut Salon" weltbekannt geworden. Wir beleuchten diese besondere Freundschaft, in der niemand die erste Geige spielen muss.

Rent-a-friend
Ein guter Freund ist unbezahlbar - so heißt es. Alexander Clemenz ist ein guter Freund. Einer, mit dem man spazieren gehen kann, der immer für eine Partie Minigolf zu haben ist. Oder bei einer Tasse Kaffee einfach zuhört. Und das alles für nur zehn Euro pro Nachmittag. Wie bitte? Ja: Clemenz bietet auf der Webseite rentafriend.com seine Freundschaft gegen Geld an - so wie 417.000 Menschen weltweit, die einen Steckbrief auf der Plattform hochgeladen haben. Sie alle sind Freunde auf Zeit und für Geld - rein platonisch, versteht sich. Ein netter Nebenverdienst - vor allem aber eine gute Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen. Als Pastor einer freien evangelischen Gemeinde in Jenfeld ist Clemenz es gewohnt, mit Menschen in Kontakt zu treten. Warum dann nicht seine Dienste als Freund denjenigen anbieten, die neu in der Stadt sind und sie kennenlernen wollen. Oder Geschäftsleuten auf Reisen, die ungern allein zu Abend essen. Wir begleiten Alexander Clemenz zu einem seiner "Kunden" und beobachten, ob er sein Geld wert ist.

Jahrzehntelange Freundschaft in der Großstadt: ein Auslaufmodell?
Ihre Freundschaft entstand in einer Zeit der Feindschaft, als Deutschland gegen den Rest der Welt kämpfte. Mitten im Zweiten Weltkrieg, 1941/42, wurden die meisten Schüler der späteren Klasse Ernst Kohl in der "Volksschule für Jungen" in der Karl-Theodor-Straße in Ottensen eingeschult. Die entbehrungsreiche Zeit und ihr Lehrer, Ernst Kohl, schweißten die Jungen zusammen. In der Holländischen Reihe spielten sie Kippel-Kappel und Ditschen, sie klauten Kohlen, spielten Streiche. Bis heute hat dieser Bund gehalten. Auch über 60 Jahre nach dem Ende ihrer gemeinsamen Schulzeit treffen sich die übrig Geblieben noch mehrmals im Jahr - zum Matjes-Essen, Klassentreffen oder Städtefahrten. In all den Jahrzehnten ist der Kontakt nie abgerissen, die selbst geschriebene 600-Seiten starke Chronik bezeugt dies. Nur eines hat sich bei diesen Treffen geändert: Kippel-Kappel und Ditschen wird schon lange nicht mehr gespielt - bislang.

Freundschaft zwischen Jung und Alt
Die Schumachers könnten Sabine Fellechners Eltern sein. Zwischen den Freunden liegen etwa 25 Jahre Altersunterschied. Aber das stört die drei nicht. "Wir haben uns gesehen und gefunden", sagt die 70-Jährige Kirsten Schumacher. Und zwar durch ihr gemeinsames Hobby: Das plattdeutsche Amateurtheater "Hüsung". Hier ist das Ehepaar Schumacher schon seit 10 Jahren aktiv, vor allem hinter der Bühne. Kirsten kümmert sich um die Requisite, Heinrich baut das Bühnenbild. Vor etwa einem Jahr kam Sabine Fellechner dazu. Inzwischen sind die drei nicht nur ein eingespieltes Team hinter der Bühne, sondern treffen sich auch regelmäßig privat, besonders gern im Schrebergarten. Sie genießt es, von den beiden älteren Freunden zu lernen, sagt Sabine Fellechner. Mit Heinrich, der gelernter Tischler ist, steht sie gemeinsam für das Bühnenbild an der Laubsäge. Und Kirsten hat Tipps zum Nähen - und für das Leben. Für sie alle ist es die erste Freundschaft mit großem Altersunterschied, aber sie hoffen, dass das erste, gemeinsame Jahr erst der Anfang war.

Hamburger Mädchenfreundschaft
Auf dem Tisch in der Sonne auf der Terrasse im 4. Stock stehen Erdbeer- und Schwarzwälder Kirschtorte; Sarah aber hat nur Augen für die Pinkfarbene. Die Knallpinkfarbene. Sarah liebt Pink! Und weil Sarah heute 18 Jahre alt wird, hat ihre Mama diese Torte extra für sie gebacken und mit pinkfarbenem Zuckerguss glasiert. Es ist bereits halb Neun am Abend, als Sarah die Torte anschneidet, aber sie hat extra gewartet und es hat ihr gar nichts ausgemacht, schließlich sollten all ihre Freundinnen dabei sein. Ihre Freundinnen, die nur ihretwegen nach Hamburg gekommen sind. Und ohne die sie ihren 18. Geburtstag nie feiern würde, ohne die sie nie eine pinkfarbene Torte anschneiden würde, ohne die sie nie tanzen gehen würde - ohne die sie nie sein will. Denn die Freundschaft zu ihren Mädels ist Sarah die Wichtigste. Sarahs 18. Geburtstag - Ein Mädchenabend mit Überraschungen.

Mitwirkende

Moderation: Susann Atwell,  Redaktion: Maiken Nielsen Susanne Dobke
Logo der Sendung Rund um den Michel © NDR
Nächste Sendung: 16.06.2013 18:00 Uhr

Rund um den Michel

Freunde fürs Lebens zu finden fällt oft nicht leicht. Der Film zeigt starke und ungewöhnlich entstandene Freundschaften in der Millionenmetropole Hamburg.

Wiederholung der Sendung

17.06.2013 01:10 Uhr

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