Rund um den Michel

Sonntag, 28. Mai 2017, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 29. Mai 2017, 01:30 bis 02:20 Uhr

Ein Segelboot auf der Alster.

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Wasserliebhaber sind in Hamburg genau richtig. Elbe, Alster oder Bille bieten für jeden etwas.

Leinen los: Rund um den Michel nimmt Sie mit aufs Wasser! Und das bedeckt in Hamburg eine Fläche, die so groß ist wie der Zwergstaat San Marino. Kein Wunder, dass viele Geschichten in Hamburg auf dem Wasser spielen. Wir machen einen Ausflug auf einem alten dänischen Fischkutter, der für eine Familie zum Gartenersatz geworden ist und verbringen eine Schicht mit den Festmachern im Hafen. "Unser Job gehört zu den gefährlichsten in Deutschland", sagt ihr Chef Frank Kremser. Außerdem begleiten  wir die Weltmeisterin im Kite-Surfen hinaus auf die Elbe. Sie war schon auf allen Weltmeeren unterwegs, aber noch nie hier auf dem anspruchsvollen Terrain vor ihrer Haustür. Wir waten mit Achim, dem singenden Sielmeister durch Hamburgs Abwasserkanäle und treffen einen Mann, der aus Pfützen Kunst macht. Das alles und mehr - am 28.Mai um 18 Uhr bei Rund um den Michel.

Festmacher: Ein Leben am Seil

Ihr Beruf gehört zu den gefährlichsten in ganz Deutschland. "Wir sind nur noch 200 Festmacher und jedes Jahr stirbt statistisch gesehen ein halber davon", sagt Frank Kremser. Er und sein Team sind immer auf Abruf. Die großen Container-Schiffe richten sich nicht nach festen Arbeitszeiten. Wie gefährlich die Arbeit mit den dicken Tauen ist, zeigt unsere Reportage.

Die Familie und ihr Fischkutter

Mit Glücksmädchen kennt Michael Klarhöfer sich aus, schließlich hat er mit seiner Frau Ulrike und den Töchtern Paula und Lisa eine ganze Menge davon. So richtig rund wurden die Wochenenden mit der Familie aber erst, seit er den ehemaligen dänischen Fischkutter Lykkepiegen, deutsch Glücksmädchen, gefunden und gekauft hat. Seitdem wird aus der Familie immer öfter eine Mannschaft, die sich auf der Elbe bewähren muss - und das schweißt zusammen.

Kite-Surfer auf der Elbe

Anne Valvatne ist ein echter Profi im Kitesurfen, und gehört zur Elite in diesem Sport. Normalerweise ist die Tourismusmanagerin für den Reiseveranstalter KiteWorldWide in wärmeren Gefilden  unterwegs. Jetzt will sie erstmals auf der Elbe nahe des Hamburger Hafens einen Versuch starten. Es ist eine riesige Herausforderung für die Norwegerin, denn auf der Elbe gibt es durch Ebbe und Flut starke Strömungen und die Böen sind in diesem Gebiet nur schwer einzuschätzen. Ein echtes Abenteuer wartet auf die 35-jährige. Mit den Schlauchboten der RIB-Piraten geht es raus auf die Elbe. Flaute, Wind oder Strömungen - alles ist möglich.

Wilder wässriger Osten

Hamm-Süd, Rothenburgsort, Moorfleet. In Hamburg gibt es klangvollere Stadtteile. Aber hier in Hamburgs Osten verbirgt sich ein ungeahntes Wassernetz aus alten Kanälen, einem Teil der Bille und Nebenarmen der Elbe. Zwischen alten Industrieanlagen und den ersten modernen Wohnhäusern schippern wir entlang der östlichen Wasserwege und bewegen uns südwärts in immer wildere Gefilde. Auf unserem Weg entdecken wir idyllische Flecken, die man so im Hamburger Osten gar nicht vermutet.

Pfützenfotograf

Das Motiv begeistert nach wie vor - auch wenn es nicht gerade neu ist: Pfützen und die sich darin spiegelnde Welt üben auf viele Menschen eine Faszination aus. Deshalb hat Kay Palapies auch 20.000 Follower auf Instagram, die seine Pfützenbilder lieben. Für den Steuerfachmann eine Bestätigung, sein Büro in jeder Mittagspause gegen die nassen Gehsteige Hamburgs einzutauschen, immer auf der Suche nach der idealen Pfütze.

Singender Sielmeister

5800 Kilometer lang zieht sich ein unterirdisches Netz durch Hamburg. Und was da unten in den Abwasserkanälen geschieht, darüber machen wir uns wohl eher selten Gedanken. Aber um das, was wir täglich unter anderem die Toilette herunter spülen, kümmern sich die Männer von Hamburg Wasser. Achim Hoch ist Sielmeister und Hobbysänger. Und geht unter Tage beidem nach. Frei nach dem Motto: Auch wenns stinkt - es klingt!

Julia-Niharika Sen auf der "Hafendocktor"

Julia Niharika Sen besucht Ehrenamtliche, die sich auf der Werft um die Renovierung der Barkasse "Hafendocktor" kümmern. Die ist ein Stück Hafengeschichte, denn auf ihr reiste einst der Doktor im Auftrag der Hafenbehörde von Schiff zu Schiff, versorgte kranke Seeleute, impfte. Julia legt Hand an und erfährt zum Beispiel, dass die Muttern von Schiffspropellern stets links herum drehen und noch vieles anderes.

Portrait Schiffsführerin

Katharina Kramer hatte ihren Traumberuf gefunden: Köchin in einem Restaurant. Doch dann das: Wegen einer Lebensmittelallergie muss sie ihren Beruf aufgeben und umsatteln. Warum sie ausgerechnet den Job als Schiffsführerin für die Hamburger Hafenbehörde HPA wählt, ist für sie ganz logisch: Schon ihr Großvater war gelernter Koch und fuhr später als Proviantmeister zur See. Die Verbindung zum Wasser liegt ihr also in den Genen. Dabei ist Katharina in ihrem Job ein absoluter Exot: Sie ist der einzige weibliche Barkassenfahrer, der für die HPA im Einsatz ist. Für sie ist das kein Problem, für ihre männlichen Kollegen auch nicht. Und so fährt Kramer täglich quer durch den Hafen, bringt Lotsen an Bord von Containerschiffen, Hafenarbeiter auf Baggerschiffe oder macht mit Oberhafenbeamten Kontrolltouren entlang der Kaianlagen und Schiffsliegeplätze. Kochen tut sie immer noch gerne. Doch nur noch privat, für ihre Familie. Mit der Arbeit auf der Elbe hat sie einen neuen Traumberuf gefunden. Rund um den Michel durfte sie einen Tag lang begleiten.

Wasserski-Showlaufen

Die Eröffnung des Hafengeburtstags steht der neunjährigen Francine ganz schön bevor: Denn in dem kabbeligen Hafenwasser soll sie zum ersten Mal die Spitze der Pyramide bilden, die die Wasserski-Fahrer zu jeder Einlaufparade bilden. Keine leichte Aufgabe, vor allem, weil ihre Mutter Isabelle sie in den letzten 20 Jahren immer mit Bravour gelöst hat.

Amphibienbus

Ein vollbesetzter Reisebus bis zu den Fenstern in der Elbe versunken: Was sonst Großalarm und eine Rettungsaktion auslösen würde, ist in Hamburg seit knapp einem Jahr ganz normal. Täglich bis zu sechs Mal sticht der "Hafencity Riverbus" in die Fluten - Deutschlands erstes Amphibienfahrzeug, das für den Passagierverkehr sowohl an Land als auch zu Wasser zugelassen ist. Sobald der Bus über eine Bootsrampe ins Wasser fährt, schaltet der Fahrer von Diesel- auf Jetantrieb um. Im Wasser fährt der Bus dann maximal sieben Knoten, an Land schafft er bis zu 65 KmH. Erdacht und nach ihren Plänen bauen lassen haben das Land-Wasser-Gefährt zwei Hamburger. Rund 70 Minuten dauert ihre Fahrt von der Hafencity durch die Elbe und wieder zurück. Rund um den Michel hat eine Tour begleitet.

Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Redaktion
Maiken Nielsen
Susanne Dobke