Marode Straßen: Das Versagen der Politik

von Mareike Burgschat & Jörg Hilbert

Wer kennt das zurzeit nicht: Das Auto rumpelt über löchrigen Asphalt, Fahrradfahrer kommen nur im Slalom zum Ziel. Die Winterzeit ist jedes Jahr wieder Hochsaison für Schlaglöcher. Das ist nicht nur wenig komfortabel, sondern auch gefährlich für Fahrzeug  und Fahrer.

Marode Straßen: Das Versagen der Politik

Panorama 3 - 22.01.2013 21:15 Uhr

Notdürftig geflickt statt nachhaltig saniert: bei der Reparatur von Straßen achten Bund und Kommunen vor allem auf das Geld. Schlaglöcher und Straßenschäden sind die Folgen.

Tiefe Krater, marode Straßen

Ulli Frank aus Wentorf in Schleswig-Holstein zerreißt es auf der L200 Reifen und Felge, die Bremsanlage ist defekt. Im Dunkeln hat er die zentimetertiefen Krater in der Fahrbahn nicht erkannt. Voraussichtliche Reparaturkosten: 1000 Euro. Betroffen sind aber nicht nur die kommunalen Straßen, sondern sogar Autobahnen. Beispiel die A7 bei Hildesheim. Dort werden Autofahrer  mit Tempo 80 ausgebremst - wegen schwerer Straßenschäden. Nach nur drei Jahren ist hier die Fahrbahndecke schon wieder marode, bröselt langsam auseinander. Und es wird wieder nur geflickt. Währenddessen streiten sich Bauunternehmen und die Politik, wer für diese Misere verantwortlich ist.

Flickwerk statt intakter Fahrbahnen

Schlagloch am Straßenrand © picture alliance / dpa Fotograf: Frank Rumpenhorst Detailansicht des Bildes Schlagloch am Straßenrand: Mittlerweile fast Normalzustand vieler Straßen. Aber: Warum sind so viele Straßen in einem schlechten Zustand? Seit Jahren investieren der Bund und Kommunen immer weniger in den Straßenbau. Laut ADAC fehlen allein in diesem Jahr mehr als fünf Milliarden Euro für eine vernünftige Sanierung der deutschen Straßen. Die Kommunen und der Bund wollen sparen und da hilft nur noch Billigbau. Da wird auf alten Untergrund einfach neuer Asphalt draufgekippt. "Wenn ich Mist auf Mist baue, was soll dabei rauskommen? ", sagt Edgar Ohland vom Baugewerbeverband Niedersachsen.

Für  Autofahrer bedeutet das: Flickwerk statt intakter Fahrbahnen, Straßen, die immer anfälliger für Frostaufbrüche werden und kurz nach der Reparatur wieder aufreißen. Dabei bringen ihre Abgaben und Steuern dem Staat rund 53 Milliarden Euro im Jahr. Der größte Teil davon landet jedoch nicht in der Straßeninstandhaltung. Und das hat Konsequenzen:  Inzwischen, so sagen viele Fachleute, sind manche Straßen gar nicht mehr zu retten, müssten komplett neu gebaut werden - zu noch viel höheren Kosten.

Die Politik räumt ein, sie habe das Problem erkannt. "Wir müssen nun eine breite Diskussion in Gang treten", so Reinhard Meyer, SPD-Minister in Schleswig-Holstein, und derzeitiger Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz. Ob das mehr Geld für bessere Straßen bringt, lässt er offen.

 

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Panorama 3 | 22.01.2013 | 21:15 Uhr

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