Viel Lob für WhatsApp-Geschichte

Über den Kurznachrichtendienst WhatsApp konnten Sie die Fluchtgeschichte "Wir sehen uns in Deutschland!" aus Ramis* Perspektive erleben. Wer sich mit seiner Telefonnummer anmeldete erhielt drei Wochen lang Nachrichten mit Fotos und Videos, die Rami auf seiner Flucht aufgenommen hat.

Sie haben Ramis Flucht verpasst?
Dann lesen sie hier das
"Protokoll einer Flucht".

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So sah das WhatsApp-Angebot auf dem Smartphone aus.

Insgesamt 1.900 Nutzer haben sich für das Angebot angemeldet. "Erstmals wird nicht über Flüchtlinge berichtet, sondern von Flüchtlingen", schrieb ein Nutzer zu Beginn des Projekts. Bis zu drei Nachrichten wurden pro Tag versendet, die Ramis Geschichte und seine Flucht quer durch Europa in allen Details nacherzählte.

Viele Leser haben die Chatfunktion genutzt, um Rami Fragen zu seiner Flucht zu stellen. Viele Nutzer wollten zum Beispiel wissen, wie die Umstände in der Türkei und Griechenland sind und warum viele Flüchtlinge von dort weiterziehen. Auch die Tatsache, dass Beamte der deutschen Bundespolizei an griechischen Flughäfen kontrollieren, verwunderte viele Leser.

  • Imke, Bernie und Said schrieben gemeinsam:

    "Lieber Rami, danke, dass wir dich begleiten durften. Während der gesamten Zeit waren wir gespannt auf deine Nachrichten. In der Familie war es schon normal, von Rami zu hören. Wir haben viel über dich und deine Freunde gesprochen. Mein Pflegesohn Said aus Afghanistan hat darauf hin viel von seinem Weg nach Deutschland erzählt. Die Idee, die Geschichte über WhatsApp zu erzählen, war wirklich genial. So konnten auch Menschen teilhaben, die nicht so viel über das Thema Flucht wissen. Danke, dass du uns deinen Weg anvertraut hast! Wir wünschen dir viel Glück auf deinem Weg. Komme erstmal an und irgendwann wirst du deine Familie in Damaskus wiedersehen.
    Alles Liebe, Bernie, Said und Imke."

  • Petra, 34 Jahre alt schrieb:

    "Ich habe die Fluchtgeschichte mit Ehrfurcht verfolgt. Erfurcht, weil ich finde, dass es eine absolut mutige Entscheidung war diese Flucht anzutreten. Niemand von uns kann sich auch nur annähernd vorstellen, wie schlimm und gefährlich es ist, so eine Tortur auf sich zu nehmen - nur um in Frieden leben zu können. Wir sollten aufhören zu denken, dass Flüchtlinge in unser Land einfallen, um auf unsere Kosten zu leben und uns als die besseren Menschen sehen. Wir sollten anfangen sie wie Menschen zu behandeln und unser bestes tun, um ihnen zu helfen und sie nicht ausgrenzen. Dann können wir alle voneinander profitieren!"

  • Emely, 19 Jahre alt schrieb:

    "Vielen Dank für diese tolle Idee und Umsetzung. Es war wirklich gut, um eine Flucht besser nachvollziehen zu können. Mir wurde während dieser Zeit noch einiges bewusster. Vor allem, wie kompliziert und langwierig der Weg ist."

  • Dawn, 50 Jahre alt schrieb:

    "Herzlichen Dank für diese Möglichkeit, Ramis Flucht mitzuerleben - es war sehr lerreich für mich. Ich bin sehr froh, dass er es geschafft hat und es ihm gut geht. Dänemark ist ein schönes Land mit einer offenen Bevölkerung. Dort wird es ihm gut gehen. Heutzutage lesen wir so viel über Flüchtlinge, die zu uns nach Europa kommen wollen. Ramis Geschichte gibt uns noch mehr Verständnis für deren Situation und unterstreicht wie wichtig es ist, dass wir unsere Türen für sie offen lassen und ihnen helfen. Ich bin froh und auch stolz, in einem Land leben zu dürfen, das genau das tut."

  • Philipp, 24 Jahre alt, schrieb:

    "Vielen Dank für die Geschichte, es wahr sehr eindrücklich und hat mich nachdenklich gestimmt über die Selbstverständlichkeit, mit der wir Europäer unser Leben leben."

  • Yvonne schrieb:

    "Einen Dank an Rami für diese persönlichen Eindrücke! Nach solch furchtbaren Erlebnissen sollten wir alle hier in Dankbarkeit versinken, dass es uns in Europa so gut geht! In meinem Freundeskreis haben wir auch über das Thema gesprochen und Rami kann man nur alles Glück der Welt und einen guten Start in der neuen Heimat wünschen!"

  • Leo, 18 Jahre alt, schrieb:

    "Das ist eine Hammer-Aktion gewesen! Jetzt sehe ich Flüchtlinge mit ganz anderen Augen. Die Aktion war spitze!"

  • Nina schrieb:

    "Das Protokoll einer Flucht per WhatsApp zu veröffentlichen war wirklich eine super Idee! Man konnte mitfiebern und war teilweise wirklich den Tränen nahe. Ich bin froh, dass Rami jetzt an einem sicheren Ort ist und es ihm einigermaßen gut geht. Alles gute an Rami!"

  • Flo schrieb:

    "Vielen Dank an die Redaktion und die Reporter! Eine tolle Nutzung neuer Medien! Bitte mehr davon!"

  • Anne schrieb:

    "Vielen Dank, das war eine wirklich tolle Erfahrung. Man hat richtig mitgefiebert. Und wenn man sich dann vorstellt, wie lange die Flucht in Wirklichkeit gedauert hat, kann man kaum glauben wie die Menschen dies ertragen können. Ich hoffe es gibt möglichst bald eine Änderung im politischen System, wodurch legale Möglichkeiten geschaffen werden."

  • Lea, 24 Jahre alt, schrieb:

    "In den letzten Wochen erzählte mir Rami seine Geschichte. Ich erhielt die Nachrichten wenn ich traurig oder fröhlich war. Ich fühlte mich schlecht, wenn es mir gut ging und noch schlimmer, wenn es mir schlecht ging. Ich habe die hälfte meiner Klasse dazu gedrängt sich anzumelden und Rami wurde ein Teil unseres Lebens. Wir redeten jeden Tag über seine Geschichte und fieberten mit. Die Geschichte hat mir geholfen, eine neue Seite in mir zu entdecken und gezeigt, was es bedeutet zu fliehen. Vielen Dank Rami, vielen Dank NDR-Team!"

  • Sarah schrieb:

    "Wow, vielen herzlichen Dank für diese Reportage! Hoffentlich haben sehr viele Leute mit Rami mitgefiebert und waren ebenfalls schockiert über die Zustände während der Reise und das Risiko, dass alle Flüchtlinge eingehen. Es muss wahrlich schwierig sein den Entschluss zu fassen, seine Heimat zu verlassen und in ein komplett fremdes Land zu flüchten. Schade, dass dies einfach von vielen nicht verstanden wird."

  • "Pa Lü" schrieb:

    "Eine tolle, bewegende und wirklich spannend erzählte Geschichte auf eine Art und Weise, wie sie vorher noch nicht da war. Ich habe oft gedacht: Wie geht es weiter? Vielen Dank für die tolle Zeit und die tolle Geschichte und eine entspannte Zeit für Rami"

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Neue Erzählform

Entstanden ist die Idee, Ramis Flucht per WhatsApp zu erzählen, unter anderem weil die Reporter Nino Seidel und Alena Jabarine monatelang immer wieder per WhatsApp mit Rami kommuniziert haben. Manchmal war es tagelang die einzige Verbindung zu ihm, wenn er zum Beispiel zu Fuß auf einer gefährlichen Route war. Oft wussten sie nicht, wann und von wo er sich das nächste Mal meldet - und was in der Zwischenzeit passiert ist. Immer wieder hat Rami Fotos und Videos seiner Flucht geschickt - Bilder, die man so selten sieht und die die Möglichkeit boten, die Flüchtlingsproblematik aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Das persönliche Bild- und Foto-Material bildete dann auch die Grundlage für die auf drei Wochen verdichtete Erzählung: "Wir wollten dem User die Geschichte so erzählen, wie wir sie in der Redaktion auch größtenteils erfahren haben", sagt Felix Meschede, der das Fluchtprotokoll als Autor realisiert hat. "Die direkte Ansprache durch die erste Person ist die Perspektive, die den Nutzern auf WhatsApp vertraut ist", erklärt Meschede. Das positive Feedback auf drei Wochen Flucht aus Ramis Sicht hat alle gefreut - vor allem auch Rami selbst.

Hintergrund
mit Video

Protokoll einer Flucht

Rami kommt aus Syrien. Als er Ende 2014 den Einberufungsbefehl erhält, fürchtet er den sicheren Tod und beschließt zu fliehen. Wir haben ihn bei seiner Flucht begleitet. mehr

* Name von der Redaktion geändert