Nordseereport

Die Natur als Herausforderung

Sonntag, 15. November 2015, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 16. November 2015, 01:55 bis 02:40 Uhr

Das Leben auf den Inseln der Nordsee hat seinen besonderen Reiz. Die Menschen, die hier wohnen, schätzen Abgeschiedenheit, Ruhe, die einmalige Tier- und Pflanzenwelt und das immer wiederkehrende, aber nie gleiche Schauspiel der Gezeiten. Aber wer die Naturgewalten von Wind und Wasser direkt vor der Haustür hat, der wird auch täglich aufs Neue herausgefordert. Allein die Insellage bringt im Alltag so einige Komplikationen mit sich. Und die raue Umwelt fordert seit jeher ihren Tribut. Die Menschen sind es aber gewohnt, mit Einfallsreichtum ihre Probleme zu lösen - aus Liebe zu ihrer Heimat, die umgeben ist von Wasser. Mit dem Nordseereport "Die Natur als Herausforderung" zeigen die Reporter diese kreativen Insulaner. Zu sehen sind Fährkapitäne, die mit Kajaks die Fahrrinnen kontrollieren, Wattführer, die in die Luft gehen, Kutscher, die Pferdemist verschiffen, schottische Schafe, die auf Seegras umgestiegen sind, und ein Bayer, der gelernt hat, das Licht auf den Ostfriesischen Inseln zu lieben.

Ranger in der Wildnis von Langeoog

Moderatorin Antje Wöhnke begleitet einen Mann, der von Berufs wegen die Herausforderung der Natur angenommen hat. Jochen Runar ist der neue Ranger von Langeoog. Der Gärtner und studierte Forstwirt hat erst vor Kurzem seine Heimatstadt Kiel verlassen, um sich für den Schutz des Wattenmeeres einzusetzen. Er lebt und arbeitet nun im Spannungsfeld zwischen Tourismus und Naturschutz. Er sagt: "Nationalpark macht nur Sinn, wenn man ihn den Menschen nahe bringt. Denn: "Wir beschützen nur, was wir kennen."

Greenkeeper im Kaninchen-Paradies

Golfspielen mit Blick aufs Wattenmeer zwischen sanften Dünen und Strandhafer - ein Traum für viele Sportler. Für die Greenkeeper des Norderneyer Golfplatzes allerdings ein täglicher Kampf gegen Tausende Kaninchen und deren Hinterlassenschaften. Giuseppe Bruno und sein Kollege Andy Heckelmann müssen jeden Tag die kleinen brauen Kugeln wegfegen. Und es mit der Buddel-Lust der scheuen Tiere aufnehmen. Das bedeutet Löcherstopfen ohne Ende - oft mit der Gewissheit, dass zur gleichen Zeit irgendwo auf dem gepflegten Rasen eine neue Tür im weit verzweigten Tunnelsystem der Kaninchen gegraben wird. Geschätze 50.000 bis 60.000 Kaninchen leben auf Norderney. So genau weiß das niemand. Die beiden unermüdlichen Greenkeeper stellen sich trotzdem der Herausforderung Mensch gegen Langohr. Auch wenn beide wissen: "Die sind zu viele."

Karte: North Ronaldsay

Schäfer im wilden Nordatlantik

Den Herausforderungen des rauen Klimas im Nordatlantik haben sich auch die Schafe auf North Ronaldsay gestellt - und ihren Speiseplan angepasst. Statt saftiger Grashalme futtern sie salzigen Seetang, der an die felsigen Strände der nördlichsten Orkney-Insel gespült wird. Auch der Biorhythmus der weltweit einmaligen Rasse ist an die Natur angepasst. Oder genauer gesagt: an die Gezeiten. Schlemmen bei Ebbe, ausruhen bei Hochwasser. Das würzige Fleisch der Schafe von North Ronaldsay ist eine Delikatesse - die allerdings für Touristen nur auf Orkney Mainland, der Hauptinsel, zu genießen ist. Denn North Ronaldsay selbst hat kein Restaurant. Schäfer Kevin Woodbridge ist einer von nur 50 Einwohnern der Insel. Bei der Schur der besonderen Schafe helfen die Kinder vom schottischen Festland. Gesponnen, gestrickt und direkt vermarktet wird die Wolle dann in der gemeinschaftlichen Wollmühle.

Redaktionsleiter/in
Marlis Fertmann
Redaktion
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Moderation
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