Nordseereport

Notfall an der Nordsee

Sonntag, 20. August 2017, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 21. August 2017, 01:45 bis 02:30 Uhr

DLRG Strandwacht.

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Das Wetter ist gut. Die Sonne scheint, als Dirk Hönsch mit seiner Jolle von Wangerooge lossegelt. Hönsch will auf dem Festland ein paar Dinge besorgen, die er zur Renovierung seines Schullandheims auf der Nordseeinsel braucht. Er ist ein erfahrener Segler - und doch passiert auf der Rückfahrt das, womit er nie gerechnet hätte: Sein Boot sinkt plötzlich. Es wird ein Kampf um sein Leben, den er nur knapp mit Hilfe der Seenotretter gewinnt. Ein echter "Notfall an der Nordsee" und genau darum geht es in der neuen Ausgabe des Nordseereports. Um Notfälle und Helfer, um Risiken und Sicherheit.

Boot steht senkrecht im Wasser

Nach dem Einkauf auf dem Festland hat Hönsch sein Boot zu voll geladen. Etwa 200 Meter vor Wangerooge dann die Katastrophe: Die Jolle sinkt. "Das war eine Sache von 15 Sekunden", sagt er. Das Boot steht plötzlich senkrecht im Wasser. Hönsch ist eigentlich ein guter Schwimmer, sagt er. Deshalb zieht er seine Schwimmweste aus, weil er glaubt, dass er ohne sie schneller an Land schwimmen kann. Doch das ist ein Fehler. Er kommt nicht mehr vorwärts, die Strömung im Meer ist zu stark. Dazu ist das Wasser eiskalt. Die Nordsee hat an diesem 12. September eine Temperatur von 14 Grad Celsius. Die Faustregel lautet: Pro Grad zwei Minuten Überlebensdauer. Das macht eine knappe halbe Stunde.

Nur noch 33 Grad Körpertemperatur

Er versucht, ruhig zu bleiben.  Und: Seine Frau mit dem Handy anzurufen, dass er mit einer Hand krampfhaft nach oben hält. Doch er hört nichts, das Meer ist viel zu laut. Er sieht nur, dass jemand abgenommen hat und ruft um Hilfe. Seine Frau erkennt den Ernst der Lage und verständigt die Polizei, die wiederum die Seenotretter alarmiert. Als die bei Hönsch eintreffen, hat er gerade noch eine Körpertemperatur von 33 Grad. Es war eine Rettung in letzter Sekunde.

Neugierige bestaunen Robbenbabys

Doch nicht nur Menschen müssen an der Nordsee gerettet werden. Auch kleine Seehunde geraten oft in Not. Schuld daran ist meist der Mensch: Die Muttertiere, die ihren Nachwuchs am Strand ablegen, um Fische zu fangen, trauen sich anschließend nicht mehr zurück, weil Neugierige ihre Babys bestaunen. Die Robben werden zu Waisen - sogenannten Heulern.

Videos
00:30

Nordseereport: Notfall an der Nordsee

20.08.2017 18:00 Uhr

Notfälle an der Nordsee sind in der Regel eine ernste Angelegenheit. Das Training für den Ernstfall darf aber auch mal unterhaltsam sein - wie auf der Rutsche an einem Leuchtturm. Video (00:30 min)

Ein Fall für Böhm und Fink

In solchen Fällen sind auf Borkum Jonny Böhm und Christian Fink gefragt. Die beiden sind Wattenjagd-Aufseher. Das heißt, sie kümmern sich um die Heuler, die von ihren Müttern nicht mehr gesäugt werden. Böhm und Fink sammeln die Tiere ein und bringen sie zur Seehundstation in Norddeich - natürlich immer mit dem korrekten Griff. Die Heuler werden im Nacken und an der Schwanzflosse gepackt, denn das ist für die Tiere am schonendsten. In der Station werden die Robbenbabys dann wieder aufgepäppelt, damit sie zu Kräften kommen und am Ende auch wieder freigelassen werden können. Etwa 30 der verwaisten Welpen bringen Fink und Böhm pro Jahr nach Norddeich aufs Festland.

Abseilen aus 40 Meter Höhe

An der Nordsee gibt es aber nicht nur Seenotretter: Auf Helgoland etwa sind sogar Bergretter gefragt. Die Seilgruppe der Insel-Feuerwehr wird vor allem im Sommer häufig gerufen, wenn Touristen in den hohen Felsen in Schwierigkeiten geraten. Ein Team des Nordseereports begleitet die Einsatzkräfte bei einer Übung - abseilen an 40 Meter hohen Klippen inklusive. Außerdem in der aktuellen Ausgabe: Die Notfallrutsche des Wangerooger Leuchtturms muss einen Sicherheitscheck bestehen und der Urlaubspfarrer des Wangerlandes erzählt von seiner Arbeit und dass er gerade in den eigentlich heiteren Sommerferien an der Küste als Seelsorger gefragt ist.

Weitere Informationen

Nordseereport

Mit einer vielseitigen Themenauswahl rund um die Nordsee überraschen die Moderatorinnen Laura Lange und Antje Wöhnke ihre Zuschauer. mehr

Leitung der Sendung
Andrea Lütke
Redaktion
Tom Fischer
Karoline Grothe
Moderation
Laura Lange
Produktionsleiter/in
Thomas Kay