Stand: 02.11.2016 13:10 Uhr

Märtha Louise - Zwischen Engeln und Königshaus

von Nicola Millies

Die selbst ernannte "Engelsbotschafterin" gilt als Enfant terrible des norwegischen Königshauses: Märtha Louise von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Am 22. September 1971 erblickt sie als erstes Kind von König Harald und Königin Sonja das Licht der Welt. Knapp zwei Jahre später wird ihr Bruder Haakon geboren. Weil zu diesem Zeitpunkt in Norwegen noch die männliche Thronfolge gilt, verliert Märtha Louise ihren Rang als Kronprinzessin an den Zweitgeborenen. Nach einer Verfassungsänderung sind norwegische Prinzessinnen gegenüber ihren Brüdern heute gleichberechtigt.

Märtha Louise: Ein Enfant terrible mit Krone

Normale Kindheit auf dem Land

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Viele Mädchen träumen davon, Prinzessin zu sein. Märtha Louise träumt von normalen Eltern.

König Harald und Königin Sonja sind bemüht, dass die Prinzessin und ihr Bruder so normal wie möglich aufwachsen. So verbringen die Geschwister den Großteil ihrer Kindheit in ländlicher Umgebung auf Gut Skaugum und besuchen öffentliche Kindergärten und kommunale Grundschulen. Märtha Louise tut so viel Normalität gut. "Viele Kinder träumen davon, Prinzessin zu sein, Eltern zu haben, die Könige sind. Ich habe genau das Gegenteil geträumt: von ganz normalen Eltern", sagt sie in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte".

Nach dem Abitur beginnt sie ein Literatur-Studium an der Universität von Oxford, das sie aber ohne Abschluss beendet. Vielmehr konzentriert sich die passionierte Reiterin auf ihr Hobby und trainiert in England und den Niederlanden Springreiten. Später ist sie sogar Mitglied der norwegischen Nationalmannschaft in dieser Disziplin. Im Jahr 2000 beendet sie ihre Reitkarriere. Nebenbei lässt sich die Prinzessin zur Physiotherapeutin ausbilden.

Hochzeit mit Schriftsteller Ari Behn

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Jawort mit Folgen: Für die Ehe mit Ari Behn verzichtet Märtha Louise auf den Titel "Königliche Hoheit".

Als die Prinzessin 2001 die Verlobung mit dem bürgerlichen Ari Behn bekannt gibt, sind die Schlagzeilen vorprogrammiert. Der Schriftsteller und Dokumentarfilmer wird für seine scharfen Meinungsäußerungen - unter anderem zum Afghanistan-Einsatz - stark kritisiert. Doch Märtha Louise setzt sich über die Empörung des Volkes hinweg und glaubt an ihre Liebe. Im Jahr 2002 geben sich die beiden das Jawort. Für die Prinzessin ist es ein Abschied vom alten Leben, denn mit der Hochzeit verzichtet sie nicht nur auf die Ansprache als "Königliche Hoheit", sondern auch auf umgerechnet 500.000 Euro Jahresapanage.

Drei Töchter machen das Glück des Ehepaares komplett: Maud Angelica (geboren 28. April 2003), Leah Isadora (geboren 8. April 2005) und Emma Tallulah (geboren 29. September 2008) tragen den Nachnamen des Vaters. Auch Märtha Louise hat das "Behn" an ihren Namen angehängt.

Trennung nach 14 Jahren Ehe

Obwohl ihre Ehe nach außen hin glücklich scheint, wird im August 2016 die Trennung von Märtha Louise und Ari Behn bekannt gegeben. Das Paar habe sich auseinandergelebt, sagt die Prinzessin dazu in einer Mitteilung des Königshauses. Es ist die erste Scheidung in der Geschichte der norwegischen Monarchie. Weil Märtha und Ari jedoch auf Titel und finanzielle Unterstützung verzichtet hatten, soll die Trennung für das Königshaus folgenlos sein.

Esoterik-Lehrerin an "Engelsschule"

Steckbrief

Name: Märtha Louise von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg
Titel: Prinzessin von Norwegen
Geburtstag: 22. September 1971
Geburtsort: Oslo
Ehemann: Ari Behn (2002 bis 2016)
Kinder: Maud Angelica, Leah Isadora, Emma Tallulah
Sternzeichen: Jungfrau
Kontakt: Website, Facebook

Märtha Louise geht einer ganz normalen Erwerbstätigkeit nach. Normal ist bei der norwegischen Prinzessin allerdings nur selten etwas. Nach ihrer Arbeit als Physiotherapeutin schreibt sie Kinderbücher, singt Weihnachtslieder und entdeckt schließlich ihre Gabe, mit Engeln sprechen zu können - wie sie behauptet. Gemeinsam mit einer Freundin gründet Märtha Louise ein Seminar-Zentrum in Oslo. In dieser "Engelsschule", so wird den Schülern versprochen, kann man nicht nur lernen, seinem eigenen Engel zu begegnen, sondern sich auch in drei Jahren zum "Engelsmissionar" ausbilden lassen.

Kritik und Häme, die man über sie verbreitet, eine Zeitschrift bezeichnet sie als "Pumuckl der Engelsszene", übergeht die Prinzessin souverän: "Ich bin so, wie ich bin, und jeder weiß das inzwischen. Es geht im Leben nicht immer darum, den Erwartungen anderer zu entsprechen. Wir Menschen sollten respektvoll anerkennen, dass wir verschieden sind", sagt die Prinzessin in einem Interview mit der "Hamburger Morgenpost".

Warmherziger und eigensinniger Charakter

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Märtha Louise ist heute eine starke, selbstbewusste Frau, die ihren eigenen Weg geht.

Viele bescheinigen Märtha Louise eine warmherzige Ausstrahlung. Einer der größten Fans kommt aus der eigenen Familie. Mette-Marit sagt über ihre Schwägerin: "Viele haben warme und gute Hände, aber Märtha Louise hat in ihren geradezu eine kleine Sonne." Viele halten die norwegische Prinzessin für etwas verrückt, sie selbst ist jedoch mit sich im Reinen. "Ich fühlte mich lange wie zwei Personen. Es gab einen Unterschied zwischen der Prinzessin und der Person Märtha Louise." Das scheint überwunden. "Heute bin ich viel befreiter."

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 08.06.2013 | 18:45 Uhr