Stand: 18.01.2017 15:30 Uhr

Fürst Rainier - Hollywood an der Riviera

Er baut den Zwergstaat Monaco zu einem Refugium der Schönen und Reichen aus und holt mit seiner Ehefrau, der amerikanischen Filmschauspielerin Grace Kelly, den Hollywood-Glamour an die Riviera: Fürst Rainier. Am 6. April 2005 stirbt er an den Folgen seiner Lungen- und Herzerkrankung. Doch die Handschrift des Grimaldi-Patriarchen ist bis heute im Steuerparadies sichtbar: Er baut den Luxus-Jachthafen aus, trotzt dem Meer durch Landgewinnung rund 40 Hektar Boden ab, veranstaltet Formel-1-Rennen in den engen Straßen von Monte Carlo und gründet das weltweit bekannteste Zirkusfestival.

Der Regenbogenpresse-Fürst

Am 5. Mai 1949 überträgt Fürst Louis II. seinem Enkel Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi die Regierungsgeschäfte fernab aller Öffentlichkeit. Der Enkel wird nur knapp zwei Wochen später Regent und soll als Rainier III. das Fürstentum ins Blitzlichtgewitter der Regenbogenpresse führen. Das gelingt dem 33. Fürsten von Monaco, als er 1956 die amerikanische Filmschauspielerin Grace Kelly heiratet.

Traumhochzeit mit Grace Kelly

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Traumhochzeit im Jahr 1956: Rainier und Gracia Patricia lassen sich die Hochzeit von MGM sponsern.

Aus Grace Patricia Kelly wird am 18. April 1956 Fürstin Gracia Patricia, eine viel zu schöne Story, als dass Hollywood sie sich entgehen ließe. Nicht nur, dass die Filmproduktionsfirma MGM das Hochzeitskleid bezahlt, die Bilder von der Hochzeit kommen auch ins Kino. Mit Böllerschüssen lässt das Fürstenpaar 1957 die Geburt des ersten Kindes, Prinzessin Caroline, verkünden. 1958 wird Prinz Albert geboren, dem nach dem Hausrecht der Grimaldis die Nachfolge des Vaters zusteht. Grund genug für die Untertanen, mit den Eltern auf das Wohl des Erbprinzen anzustoßen. Nach Prinzessin Caroline und Prinz Albert bekommt das Fürstenpaar ein drittes Kind: 1965 erblickt Prinzessin Stéphanie das Licht der Welt.

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Am 13. September 1982 fährt Fürstin Gracia Patricia auf der kurvenreichen Küstenstraße "Route de La Turbie" vom Landsitz Roc Agel zum Schneider nach Monte Carlo, neben ihr im Wagen sitzt Tochter Stéphanie. In einer engen Kurve verliert sie die Kontrolle über das Fahrzeug, das in den Abgrund stürzt. Während Stéphanie mit einem gebrochenen Halswirbel davonkommt, wird die Fürstin lebensgefährlich am Kopf verletzt. Sie stirbt einen Tag später in dem Krankenhaus, das ihren Namen trägt. Dies ist ein schwerer Schlag für den Fürsten und seine Familie. Möglicherweise wäre das Leben der drei Kinder in ganz anderen Bahnen verlaufen, wenn ihnen die Mutter geblieben wäre.

Skandale und Eskapaden der Kinder

Steckbrief

Name: Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi
Titel: Fürst von Monaco
Geburtstag: 31. Mai 1923
Geburtsort: Monaco
Todestag: 6. April 2005
Ehefrau: Gracia Patricia (gestorben 14. September 1982)
Kinder: Caroline, Albert, Stéphanie
Sternzeichen: Zwilling

Besonders das Liebesleben der fürstlichen Kinder sorgt immer wieder für Schlagzeilen: Prinzessin Stéphanie zieht sich bei der Wahl ihrer häufig wechselnden Lebenspartner oft den Ärger ihres Vaters zu. Ihr erster Mann, der Leibwächter Daniel Ducruet, hat lange Zeit Palastverbot. Im September 2003 heiratet sie den zehn Jahre jüngeren portugiesischen Zirkus-Artisten Adans Lopez Peres. Prinzessin Carolines erste Ehe mit dem französischen Industriellen Philippe Junot wird 1980 nach zwei Jahren geschieden. Ihr zweiter Mann Stefano Casiraghi, den sie 1983 ehelicht, verunglückt 1990 tödlich. Seit 1999 ist Rainiers älteste Tochter mit Ernst August Prinz von Hannover verheiratet, der noch zu Lebzeiten des Fürsten immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Albert tritt am 2. Juli 2011 mit Charlène Wittstock vor den Traualtar, die neue Landesmutter soll Rainier nicht mehr kennenlernen.

Tod nach fast 56 Jahren Regentschaft

Obwohl gesundheitlich angeschlagen, weist das Grimaldi-Oberhaupt Rücktrittsgerüchte immer wieder zurück: 1994 unterzieht sich Rainier einer Bypass-Operation. Im Jahr 2000 erfolgen gleich drei Eingriffe an der Lunge. Die Sorgen der Monegassen mehren sich, als ihr Landesvater am 7. März 2005 erneut in die Herz-Lungen-Klinik des Staates eingeliefert wird und zwei Wochen später auf die Intensivstation verlegt werden muss. Nachdem kaum Hoffnung auf Besserung besteht, hat Prinz Albert am 31. März 2005 die Regentschaft über das Fürstentum übernommen. Tatsächlich erholt sich Rainier III. nicht mehr und verstirbt am 6. April 2005. Fast 56 Jahre ist der am 31. Mai 1923 geborene Fürst das Staatsoberhaupt der Monegassen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Ein Abend für die Grimaldis | 2.7.2011 | 20:15 Uhr