Stand: 06.09.2017 15:35 Uhr

Henrik - Ein Prinz mit Liebe zur Poesie

von Stefanie Grossmann

Manche Menschen bekommen erst spät die Anerkennung und den Respekt, der ihnen gebührt. Dazu gehört auch Prinz Henrik, der Mann von Königin Margrethe von Dänemark. Im Gegensatz zu seiner überaus beliebten Gemahlin schließen ihn die Dänen lange Zeit nicht in ihr Herz. Vielleicht, weil er keiner von ihnen ist, sondern Franzose. Jahrelang haben sie sich einen Spaß daraus gemacht, sich über den angeheirateten Prinzen lustig zu machen. Sie spotten über sein holpriges Dänisch - und amüsieren sich darüber, dass der Dackelnarr Liebesgedichte über seinen Vierbeiner schreibt. "Er wurde wirklich gemobbt wie kein anderer", sagt der frühere Hofberichterstatter Bodil Cath im dänischen Rundfunk.

Ein Franzose im rauhen Norden

Charakterstark trotz Mobbing

Prinz Henrik hat sich trotz der vielen Anfeindungen und des Spotts nicht aus der Ruhe bringen lassen, selbst Gerüchte, er sei eigentlich schwul, lässt er an sich abprallen. Er bleibt sich stets selbst treu - und das scheint auch seine dänischen Landsleute zu beeindrucken. Inzwischen geraten sie über Prinz Henrik regelrecht ins Schwärmen: "Er bringt mich oft zum Lachen, weil er selbst gern Spaß hat", sagt die frühere Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Richtig populär machte ihn sein Spaziergang durch die berüchtigte "Pusher Street", die Dealer-Straße, im alternativen Kopenhagener Stadtteil Christiana. Das meint jedenfalls die Journalistin Stéphanie Surrugue, die 2010 ein Buch über den Prinzen veröffentlicht hat.

Prinzgemahl vermisst Königstitel

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Prinz Henrik begeistert sich fürs Segeln: Hier informiert er sich in Kiel über den Bootssport.

Mit seiner Rolle als Prinz im Schatten von Königin Margrethe findet sich Henrik zunächst nicht so leicht ab. Schließlich hat der am 11. Juni 1934 im südfranzösischen Talence geborene Adlige mehr zu bieten als den klangvollen Namen Henri Graf de Laborde de Monpezat. Nach dem Studium an der Sorbonne in Paris schlägt der weltoffene Graf eine Diplomatenlaufbahn ein. Durch seine Arbeit in der französischen Botschaft in London lernt er Margrethe kennen, die damals noch Prinzessin ist. Die beiden verlieben sich, 1967 folgt die Traumhochzeit. Für die Ehe mit der künftigen Königin gibt der Franzose viele Freiheiten auf: Er konvertiert vom Katholizismus zum Protestantismus, nimmt die dänische Staatbürgerschaft und den Namen Prinz Henrik von Dänemark an. Der Königstitel bleibt ihm versagt.

Poet mit eigenem Weingut

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Der Prinzgemahl schreibt Gedichte: Sieben Prosabände hat Henrik bereits veröffentlicht.

Der erste dänische Prinzgemahl lebt von der Apanage seiner Frau, sein Status ist nicht genau definiert. Es heißt, seine Frau hat stets das letzte Wort. Prinz Henrik engagiert sich zunächst im Charity-Bereich, indem er Organisationen wie das Rote Kreuz und den WWF unterstützt. Und als gebürtiger Franzose versteht der Prinz natürlich etwas vom Savoir-vivre. Er malt, spielt ausgezeichnet Klavier - und schreibt Gedichte. Den letzten Prosaband veröffentlicht der Prinz im Mai 2014. Es ist bereits sein siebter. Als Franzose und Weinliebhaber betätigt sich Henrik lange als Winzer auf seinem Gut Châteaux de Caix im südfranzösischen Cahors, das ihm auch als Rückzugsort dient. Die Produktion und der Verkauf des Weins liegt mittlerweile aber in der Hand der Firma Vinovalie.

Streit um Rolle in der Königsfamilie

Steckbrief

Name: Henri Graf de Laborde de Monpezat
Titel: Prinz von Dänemark
Geburtstag: 11. Juni 1934
Geburtsort: Talence, Südfrankreich
Ehefrau: Königin Margrethe
Kinder: Prinz Frederik, Prinz Joachim
Sternzeichen: Zwilling
Kontakt: Website, Facebook, Instagram

Doch seine Rolle als Privatier scheint den stolzen "Franzosen" nicht glücklich zu machen. 2002 begehrt er deshalb auf. Damals bricht Prinz Henrik in einem Interview sein Schweigen - zur Überraschung der Dänen und anderer europäischer Königshäuser. Statt in aller Stille weiter zu leiden, beklagt er sich, er werde von bestimmten Leuten am Hofe unterschätzt und erniedrigt. Das Fass zum Überlaufen bringt ein offizieller Termin beim Neujahrsempfang des diplomatischen Corps. Die erkrankte Königin schickt statt ihres Mannes Prinz Frederik vor. Dass er sogar seinem eigenen Sohn den Vortritt lassen muss, führt dazu, dass Henrik das Land verlässt und sich auf sein Weingut zurückzieht. Ein Kommentar in der dänischen Zeitschrift "Ekstra Bladet", dass Dänemark ohne den Prinzen nicht "von einem unersetzlichen Verlust betroffen wäre", verschärft die Krise am Königshaus zusätzlich. Doch die Familie versöhnt sich. In der Neujahrsansprache 2016 kündigt Königin Margrethe an, dass Prinzgemahl Henrik sich aus dem öffentlichen Leben teilweise zurückziehen werde. Es hagelt öffentliche Häme für den scheidenden "König". 2017 erklärt das Königshaus, dass Henrik an Demenz erkrankt sei.

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Dänische Kronprinzessin schließt Bund fürs Leben

10. Juni 1967: Dänemarks Königin Margrethe II. - damals noch Thronfolgerin - heiratet den französischen Grafen Henri de Laborde de Monpezat. Kennengelernt hatte sie ihren Traumprinzen in London. Video (02:18 min)

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Leben im Schatten der Königin

Prinz Henrik von Dänemark wurde als Graf Henri de Monpezat in Frankreich geboren. Für die Heirat mit der dänischen Kronprinzessin und späteren Königin Margrethe änderte er seinen Namen. Video (01:03 min)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Royalty | 14.04.2010 | 23:30 Uhr