Tipps für Putzen ohne Gift
Antibakterielle Reinigungsmittel sollen laut Werbung vor Infektionen schützen. Die Verbraucherzentralen raten von ihrem Gebrauch jedoch ab: Sie seien überflüssig und zudem gesundheitsschädlich. mehr
Besonders reine Wäsche versprechen sich die Verbraucher von Hygienemitteln. Gerade in Grippezeiten sind sie begehrt. 99 Prozent aller Bakterien sollen sie beseitigen, Pilze und Viren entfernen - und das schon bei 30 Grad. Markt wollte das genauer wissen und hat in einem mikrobiologischen Labor zwei Untersuchungen in Auftrag gegeben:
Im Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Hochschule Rhein-Waal haben Wissenschaftler 100 Handtücher mit haushaltstypischen Bakterien "infiziert". Diese Handtücher wurden dann mit einem herkömmlichen Vollwaschmittel gewaschen, einmal bei 30 Grad, bei 40 Grad und bei 60 Grad. Weitere Maschinen wuschen mit dem Vollwaschmittel plus je einem der beiden getesteten Hygienespüler, ebenfalls bei 30, 40 und 60 Grad. Insgesamt gab es also neun verschiedene Waschgänge. Spannend auch für das Team um Professor Dirk Bockmühl: Wie verläuft der Test in einer Maschine, die wie jede Haushaltsmaschine nicht komplett neu und steril ist. Denn, so Bockmühl: "Die meisten Bakterien gelangen im letzten Spülgang von der Waschmaschine auf die Kleidung."
Ergebnis der Untersuchung: Die Hygienemittel beseitigen in allen Temperaturstufen nahezu alle Bakterien, wie angegeben auch bereits bei 30 Grad. Doch ein bleichhaltiges Vollwaschmittel schafft das auch, zumindest bei 40 und 60 Grad. Bei 30 Grad bleiben jedoch, verglichen mit dem Hygienespüler, wesentlich mehr Bakterien auf der Kleidung zurück. Sinnvoll sei die Verwendung eines Hygienemittels nur dann, so die Experten, wenn in einer Familie hartnäckige Viren kursierten, ein Fußpilz oder ein Darminfekt zum Beispiel, und man manche Kleidungsstücke zudem nicht bei höheren Temperaturen waschen könne. Ansonsten reiche auch ein Vollwaschmittel.