Vorsicht vor Billig-Strom
Hunderttausende Kunden sind von der Insolvenz des Stromanbieters Teldafax betroffen. Bereits bezahltes Geld scheint verloren. In der Kritik stehen auch andere Unternehmen. mehr
Über 200 Gasversorger erhöhen zum Oktober und November die Preise - passend zur bevorstehenden kalten Jahreszeit. Rund 4,5 Millionen Haushalte in Deutschland sind davon betroffen. Im Schnitt steigen die Preise für einen normalen Vier-Personen-Haushalt um elf Prozent oder 144 Euro. In der Spitze liegen die Erhöhungen bei rund 30 Prozent oder 352 Euro - bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Die Auswertung hat das Vergleichsportals Check24 vorgenommen.
Mehr als 200 Gasversorger erhöhen die Preise. Verbraucher müssen mehrere Hundert Euro mehr pro Jahr zahlen. Mit einem Anbieterwechsel können sie dennoch sparen.
Die Gasversorger begründen die Erhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten und teureren Netzdurchleitungsgebühren. "Nachprüfen kann man das nicht", so der Energie-Experte der Verbraucherzentrale Hamburg, Günter Hörmann, "die Versorger haben noch nie die Hosen runtergelassen. Seit Jahren führen wir Prozesse um die Kalkulation der Preise." Der Verbraucherschützer rät deshalb zum Wechsel des Anbieters. "Die Preiserhöhungswelle verdient nur eine Antwort der Verbraucher: die rote Karte zeigen. Das ist die Sprache, die die Versorger verstehen!"
Der Wechsel selbst ist einfach. Alle Formalitäten erledigt der neue Anbieter. Doch welcher Versorger ist der günstigste? Hilfe bieten die verschiedenen Online-Vergleichsportale, wie Check24, Verivox oder Toptarif. Doch Vorsicht: Wer in den Voreinstellungen die Häkchen bei "Vorauskasse" und "Kaution" nicht wegklickt, landet bei Versorgern, vor denen Günter Hörmann warnt. "Das sind Anbieter mit einem Geschäftsmodell mit Dumpingpreisen. Das rächt sich dann, wie man am Beispiel "Teldafax" gesehen hat." Das Unternehmen ist pleitegegangen. 700.000 Kunden haben ihr Geld wohl verloren.
Verunsichert wurden die Verbraucher aber auch durch Meldungen, nach denen das Vergleichsportal Verivox die Liste der Anbieter manipuliert haben soll. So wurden angeblich Tausende Besucher der Seite zu dem Anbieter gelotst, der Verivox die höchsten Provisionen zahlte. Die Portale leben tatsächlich von den Provisionen der Unternehmen, die sie auf ihrer Seite bewerten. Wie viel Geld sie genau von wem kassieren, wird verschleiert. Von Unabhängigkeit und Transparenz kann so keine Rede mehr sein.
Deshalb wird es für die Verbraucher immer schwieriger, den "besten" Anbieter zu finden. Auf allen Portalen fehlt nämlich das eine oder andere Unternehmen, weil diese sich vermutlich weigern, Provisionen zu zahlen. Deshalb weichen die Ergebnisse der Vergleichsportale manchmal stark voneinander ab. Der Blick auf nur ein Portal reicht so nicht mehr. Verbraucher sollten mehrere Vergleichsportale heranziehen, um das beste und günstigste Angebot zu finden, raten Verbraucherschützer.