Gift aus Energiesparlampen belastet Raumluft

Energiesparlampen können bei Betrieb giftige Stoffe abgeben. Das haben Recherchen von Markt ergeben. Eine Untersuchung von Energiesparlampen hat gezeigt, dass eingeschaltete Lampen Dämpfe freisetzen, die im Verdacht stehen, krebserzeugend zu sein. Schon länger war bekannt, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten. Dies wird aber nur freigesetzt, wenn Lampen zerbrechen.

Gift aus Energiesparlampen

Markt hat in einer Stichprobe fünf Energiesparlampen in einem zertifizierten Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Ein ganzer Cocktail an Schadstoffen steckt in den getesteten Lampen.

Experte: "Lampen gasen krebserzeugende Substanzen aus"

Markt hat in einer Stichprobe Energiesparlampen unterschiedlicher Hersteller in einem zertifizierten Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Alle enthalten deutlich messbare Mengen an Phenol, einem Stoff, der im Verdacht steht, krebserzeugend zu sein. Und nicht nur das: In den getesteten Energiesparlampen steckt ein ganzer Cocktail an giftigen Stoffen. Der vereidigte Sachverständige für Innenraumschadstoffe, Peter Braun, bestätigte Markt, dass diese Stoffe die Raumluft belasten können: "Besonders bedenklich ist, dass alle untersuchten Lampen im Betrieb krebserzeugende Substanzen ausgasen, und das gilt ausgerechnet für die Stoffe, die wir in den höchsten Konzentrationen gefunden haben."

Interview
Markt-Autor Jörg Hilbert © NDR Fotograf: Ulla Brauer
 

"Ich war überrascht von den Ergebnissen"

Einem aufmerksamen Markt-Zuschauer fiel ein merkwürdiger Geruch an seinen Energiesparlampen auf. Jörg Hilbert hat recherchiert und war von den Ergebnissen überrascht.mehr

Reaktionen der Hersteller

Ein Hersteller hat auf die Recherchen von Markt bereits reagiert und angekündigt, "den Einbringungsweg der genannten Stoffe zurückzuverfolgen." Weiterhin gab er an, die Stoffe könnten "aus Klebstoffen und Einzelkomponenten der Lampe stammen".

Ein anderer Hersteller teilte Markt mit, "dass weder die Art der Substanzen noch ihre Konzentration die festgelegten Grenzwerte überschreitet". Dazu der Sachverständige Peter Braun: "Gerade für solche krebserzeugenden Substanzen gilt aber das Minimierungsgebot, sie sollten also möglichst vollständig aus der Umgebung des Menschen verschwinden. Grund dafür ist, dass auch geringste Mengen dieser Stoffe das Risiko erhöhen können, an Krebs zu erkranken."

Weitere Informationen
Glühbirne verbrennt neben Energiesparlampe © picture-alliance/ dpa Fotograf: Tobias Hase
 

Gefährliche Energiesparlampen: Quecksilber vergiftet Umwelt

20.04.2009 | 20:15 Uhr

Mit ihnen können Verbraucher Strom sparen. Doch Energiesparlampen enthalten Quecksilber und gehören in den Sondermüll. Sie landen jedoch häufig im Hausmüll und schädigen so die Umwelt. Markt deckt auf.mehr

Logo der Sendung Markt © NDR
Nächste Sendung: 27.02.2012 20:15 Uhr

Markt

Markt berichtet über die aktuellen Themen zu Wirtschaft und Sozialfragen sowie Hintergrundinformationen zum Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge.

Wiederholung der Sendung

28.02.2012 01:35 Uhr
29.02.2012 06:00 Uhr

Zur Sendungsseite
Weitere Informationen

Fristen des Glühlampen-Ausstiegs

Seit 1. September 2009: Alle matten Glühlampen sowie jegliche Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt durften nicht mehr verkauft werden.
Seit September 2010: Alle Glühlampen mit mehr als 60 Watt sollten vom Markt verschwunden sein.
Bis September 2011 solche mit mehr als 40 Watt.
Ab 1. September 2012: Nur noch Glühlampen mit weniger als etwa zehn Watt sollen erhältlich sein.

Während bereits mit den Stufen von 2009 bis 2012 auch die weniger effizienten Halogenglühlampen vom Markt weichen, werden ab dem Jahr 2016 dann nur noch die effizienteren Versionen (mindestens Energieeffizienzklasse B) in den Regalen zu finden sein.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit