Versicherungsbetrug mit gebrauchten Autos

Derzeit sind Kriminelle mit einer neuen Masche beim Versicherungsbetrug unterwegs. Sie suchen gezielt in Gebrauchtwagen-Portalen im Internet nach Autobildern, auf denen die Kennzeichen zu erkennen sind. Mit diesen Daten kassieren sie dann die Versicherungen ab und schädigen damit auch indirekt die Versicherungskunden.

Vorsicht Versicherungsbetrüger

Neun von zehn Gebrauchtwagen in Deutschland werden online angeboten. Doch Vorsicht: Wer dabei das Nummernschild seines Autos zeigt, kann leicht Opfer von Betrügern werden.

Betrüger horchen Opfer aus und fälschen Rechnungen

Thomas M. bekam Post von seiner Kfz-Versicherung. Die informierte ihn über die Übernahmen von Reparaturkosten von rund 1.200 Euro für einen Glasschaden an der Windschutzscheibe. Das wunderte den Mann, denn er hatte gar keinen Schaden zu beklagen. Er rief daraufhin bei seiner Versicherung an. Dort erfuhr er, dass seine Daten wie bei rund 150 anderen von Versicherungsbetrügern missbraucht worden waren. Alle Versicherungskunden hatten in den Wochen zuvor einen Pkw in Gebrauchtwagenportalen im Internet inseriert. Dabei hatten sie Fotos ihrer Fahrzeuge ins Netz gestellt, auf denen das polizeiliche Kennzeichen vollständig zu erkennen war. Das war ein Fehler.

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Auf die Anzeige von Thomas M. hatten sich fünf Leute am Telefon gemeldet. Der letzte kaufte den Wagen schließlich. Doch einer der Anrufer, so weiß Thomas M. jetzt, wollte nicht sein Auto, sondern nur seine Daten wie Name, Anschrift und den Namen der Auto-Versicherung. Die brauchte er, um bei dem Versicherer mit einem vorgetäuschten Schaden abzukassieren. Außerdem gaben sich die Gauner als Werkstatt aus, in deren Namen die Rechnung für die vermeintliche Reparatur geschrieben wurde. Dieser Rechnung wurde außerdem eine gefälschte "Abtretungserklärung" beigelegt, in der der Versicherte angeblich erklärte, dass die Versicherung den Betrag direkt auf das Konto der Werkstatt zahlen solle.

Experte: Versicherungen begünstigen Betrug

Bei der Versicherung würden diese Fälschungen nicht auffallen, erklärt Detlev Burgartz, Experte für Versicherungsbetrug. Zum einen seien solche Abtretungserklärungen in der Praxis üblich, zum anderen erfolge die Überprüfung der Rechnungen nur noch maschinell, erklärt der Experte. Aufgrund des starken Wettbewerbs hätten die Gesellschaften immer mehr Mitarbeiter eingespart. Das spiele den Tätern in die Hände, wie Burgartz meint: "Die Täter verfügen über tiefstes Insiderwissen. Sie wissen ganz genau, wie eine Rechnung auszusehen hat, damit sie bei einer maschinellen Prüfung einer Versicherung nicht auffällt. Ich vermute, dass die Täter aus dem Kfz- oder Versicherungsbereich kommen."

Polizei tappt bislang im Dunkeln

Die Kontodaten hätten eine heiße Spur bei der Aufklärung sein können, doch sie lief bislang ins Leere. Polizeisprecher Lutz Flaßnöcker erklärt, dass die Betrüger Strohmänner mit der Eröffnung der Konten beauftragen würden. Die wiederum würden ihre Auftraggeber nur mit Spitznamen kennen. Der Schwindel selbst fliegt selten und oft nur durch Zufall auf. Im Fall von Thomas M. kam die Sache ans Tageslicht, weil er sich bei seiner Versicherung verpflichtet hatte, Reparaturen nur in einer bestimmten Vertragswerkstatt durchführen zu lassen. Die Versicherung hatte ihm nur deshalb geschrieben, weil die Rechnung diesmal von einer anderen Werkstatt gekommen war.

Versicherungsbetrug lässt Prämien steigen

Der Schaden durch Versicherungsbetrug mit vorgetäuschten Glasbruchschäden geht inzwischen in die Millionen. Auch wenn die Versicherten wie Thomas M. davon nicht unmittelbar finanziell betroffen sind, haben die Versicherten doch die Last zu tragen: in Form von erhöhten Beiträgen.

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