Pannenhilfen kaum zu erreichen
Die klirrende Kälte stellt viele Autofahrer auf die Geduldsprobe. Der ADAC meldet Rekordeinsatzzahlen seiner Pannenhelfer. Die Hotline war zeitweise überlastet. mehr
Die eisigen Temperaturen belasten Batterien enorm. Springt das Auto nicht mehr an, muss Starthilfe gegeben werden. Doch wie genau geht das nochmal? Wir machen den Test. Der ADAC präpariert für uns ein Testfahrzeug und tauscht die funktionstüchtige Batterie gegen eine fast entladene aus. Der Anlasser dreht noch, aber der Motor springt nicht mehr an.
Gerade bei eisigen Temperaturen passiert es häufig, dass der Motor nicht mehr anspringt. Die Batterie braucht dann Starthilfe. Aber wie geht das genau und vor allem gefahrlos?
Auf dem Parkplatz eines Großmarktes bitten wir andere Autofahrer um Starthilfe. Ein Experte schaut, dass nichts passiert, denn die Hilfsbereitschaft der Leute ist groß, die Ahnungslosigkeit aber auch. 20 Leute nehmen an unserer Stichprobe teil. Keiner macht es richtig. Das ist selbst für Arnulf Volkmar Thiemel vom ADAC eine dicke Überraschung: "Das Ergebnis ist erschreckend. Die Leute lesen offenbar ihre Bedienungsanleitungen nicht und sie vertrauen darauf, dass schon alles passt, denken aber nicht daran, dass sie im schlimmsten Fall ihre Bordelektronik zerstören können - oder die Batterie in die Luft fliegt."
Wir simulieren einen typischen Fehler: Plus- und Minus-Pol werden vertauscht. Das kann passieren, wenn die Markierungen auf einer verdreckten Batterie kaum noch zu erkennen sind. Es gibt einen Kurzschluss, aus der Klemme des Starthilfekabels schlagen Funken. Wäre die Batterie voll geladen, würde sie explodieren.
Um eine schlappe Batterie wieder fit zu machen, muss man eine Weile fahren. 20 Minuten reichen oft nicht aus, denn eine kalte Batterie nimmt den Strom schlecht an. Wichtig auch: Gute Überbrückungskabel haben Schutzschalter. Die verhindern Spannungsspitzen und damit Elektronikschäden. Solche Kabel gibt es ab etwa 45 Euro.
Was aber, wenn kein Starthilfekabel zur Hand ist? Viele Teilnehmer unserer Stichprobe empfehlen, Leute zu suchen, die anschieben. Das funktioniert bei einem Benziner, bei einem Diesel-Fahrzeug wird es aber ziemlich mühsam und bei einem Auto mit Automatikgetriebe ist es sogar unmöglich. Falls die Batterie gar nicht schuld ist an der Panne, kann Anschieben sogar schädlich sein, erläutert Arnulf Volkmar Thiemel vom ADAC: "Beim Anschieben kann unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen und dort für Schäden sorgen. Außerdem untersagen die meisten Hersteller inzwischen, ein Fahrzeug so zum Laufen zu bringen."
Um Pannen von vornherein zu vermeiden, sollte man die Batterie kontrollieren und die Pole reinigen lassen. Denn dort können Kriechströme entstehen, die den Akku entladen. Auch dünnflüssige Leichtlauföle schonen die Batterie. Sie bringen den Motor bei Kälte leichter zum Laufen und sparen dadurch Energie.
Übrigens: Sind bei einer Panne keine Helfer in Reichweite, kann man auch ein Taxi bestellen. Einige Unternehmen bieten die Pannenhilfe zum Festpreis für rund 15 Euro an und schleppen bei Bedarf sogar noch in die Werkstatt.