Schneeschieber im Praxistest

von Thilo Eckholdt

Die Kälte hat Norddeutschland fest im Griff. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch wieder kräftig schneit. Schnee schippen kann ganz schön mühsam sein. Warum sich also nicht eine Räumhilfe kaufen, die die Arbeit erleichtert? Markt hat vier Geräte ausprobiert, die ohne Motorhilfe funktionieren sollen.

Schneeschieber im Praxistest

Warum nicht eine Räumhilfe kaufen, die anstrengendes Schneeschippen erleichtert? Markt hat vier Geräte ausprobiert, die ohne Motorhilfe funktionieren sollen.

Wir haben drei verschiedene Schnee-Bedingungen simuliert:

1. der erste Neuschnee mit einer Schicht von 2,5 Zentimetern

2. viel Schnee mit einer Schicht von 15 Zentimetern

3. Nass-Schnee mit einer Schicht von etwa zehn Zentimetern wurde mit Wasser besprüht

Unsere vier Tester sind von der Freiwilligen Feuerwehr Lassahn. Sie haben mit folgenden Geräten geschippt:

  • dem ganz einfachen Schneeschieber aus dem Baumarkt ("Kobold") mit Metall-Blatt. Preis: 19,90 Euro.

  • dem "Schneewolf": einer 80 Zentimeter breiten Wanne mit Bügelgriff, die über den Boden geschoben wird. Die Arbeit soll durch am Boden der Wanne montierte Rollen erleichtert werden. Der Vorteil: Bei einer Räum-Breite von 80 Zentimetern könnte schon ein Arbeitsdurchgang reichen, um den Bürgersteig frei zu bekommen. Das Gerät ist über diverse Anbieter im Internet erhältlich. Preis: 42,95 Euro.

  • der manuellen Handschneefräse MSF 570 von Einhell: Wenn der Schneeschieber geschoben wird, setzt das eine Schnecke in Bewegung, die den Schnee zur Seite befördern soll. Preis: 39,95 Euro.

  • dem "Schnee-Fuchs": ein Räumgerät auf luftbereiften Rädern mit verstellbarem Schild. Preis: 175,00 Euro.

Ergebnisse unserer Stichprobe

Der "Schneewolf" räumt bei wenig Schnee zwar auf ganzer Breite, doch unser Tester empfand die Rollen unter der Wanne nicht als Hilfe. Das Problem: Wenn die Wanne voller Schnee ist, muss sie geleert werden, zum Beispiel, indem man sie zur Seite kippt. Das kann bei größeren Schneemengen sehr anstrengend sein. Bei hohem Schnee gab der Tester deshalb nach kurzer Zeit auf. Auch den Nass-Schnee konnte er mit der Methode nicht erfolgreich räumen. Ergebnis: nur bedingt geeignet.

Der Tester stieß beim Räumen mit der Schneefräse sofort auf zwei Probleme: Die Förderschnecke wird ohne Übersetzung nur durch das Rollen über den Boden angetrieben und dreht sich entsprechend langsam. Dadurch ist die Förderleistung so gering, dass sie zu wenig Schnee auswirft und schnell verstopft. Bei tiefem Schnee fehlt es zudem an der Seite an freiem Raum, der den ausgeworfenen Schnee aufnehmen kann. Im Nass-Schnee ging dann gar nichts mehr. Damit die Schnecke über Bodenkontakt angetrieben wird, muss das Gerät in einem bestimmten Winkel zum Boden bewegt werden - für groß gewachsene Menschen ist das nur in gebückter Haltung möglich. Ergebnis: nur bedingt geeignet.

Wer mit dem "Schnee-Fuchs" den Schnee zur Seite weg schieben will, muss den Schild schräg stellen. Ist der Untergrund jedoch glatt, bleiben die Räder nicht in der Spur, da der Schnee beim Schieben den Schnee-Fuchs zur Seite wegdrückt. Stellt man den Schild gerade, häuft man den Schnee vor sich auf und blockiert irgendwann den Weg. Gerade bei höherem oder schwerem Nass-Schnee ist die Räumpartie dann schnell zu Ende. Hinzu kommt: Den heftigen Einsatz in hohem und feuchtem Schnee überstand das Gerät nicht unbeschadet. Die Befestigung der Griffstange lockerte sich und damit funktionierte auch nicht mehr die Arretierung des Schildes, der sich dann von alleine verstellte. Ergebnis: nur bedingt geeignet - aber das teuerste Produkt in unserer Stichprobe.

Der Standard-Schneeschieber ("Kobold") aus dem Baumarkt war in unserem Test am preiswertesten, am flexibelsten und am effektivsten: Der Tester wurde mit jeder Schneesituation fertig. Der einzige Nachteil: Die Arbeit belastet den Rücken. Wer das vermeiden will, dem bleibt nur die Möglichkeit, sich einen motorisierten Schneeräumer anzuschaffen.

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Ein Mann räumt Schnee. © dpa-Bildfunk Fotograf: Frank May
 
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