Stand: 16.01.2012 16:12 Uhr

Feuerlöscher im Einsatz: Was tun bei Bränden?

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Je nach Löschmittel wird zwischen vier verschiedenen Arten von Feuerlöschern unterschieden: Pulverlöscher, Wasserlöscher, Schaumlöscher und Kohlendioxidlöscher.

Wer ein Feuer in der eigenen Wohnung verhindern will, sollte vor allem offenes Feuer (Kerzen) nie aus den Augen lassen. Vorsicht sollte man auch unbedingt beim Umgang mit Zigarettenstummeln und Streichhölzern walten lassen: Niemals im Papierkorb entsorgen und darauf achten, dass keine Glut mehr vorhanden ist. Wenn an einem Gerät das Kabel defekt ist, sofort austauschen. Es besteht die Gefahr eines Kabelbrandes.

Gefährlich an einem Wohnungsbrand sind vor allem die Rauchentwicklung und das Entstehen von Kohlenmonoxid. In den seltensten Fällen sterben die Menschen, in deren Wohnung es brennt, durch die Flammen selbst, sondern weil sie ersticken. Ein Rauchmelder in jedem Raum hilft, dieser Gefahr vorzubeugen. Die Geräte sind schon ab fünf Euro zu haben, können aber auch bis zu 80 Euro kosten. Es muss kein teures Modell sein, aber es sollte vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, Sachversicherer, kurz VdS, geprüft sein.

Vorgehen beim Löschen

Ein Feuer, zumal in der eigenen Wohnung, sollte man immer ernstnehmen. Deshalb rechtzeitig zum Feuerlöscher greifen oder bei größeren Bränden die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 rufen. Wer keinen Feuerlöscher zur Hand hat, kann ein kleines Feuer zur Not auch mit einem feuchten Handtuch oder einer mit Wasser getränkten Decke ersticken. Besondere Vorsicht gilt bei brennendem Fett: Niemals Wasser zum Löschen nehmen, denn dann kommt es zu einer Explosion. Stattdessen: einen gut schließenden Deckel auf den Topf legen und diesen vom Herd nehmen. Herdplatte ausschalten und abwarten, bis der Topf erkaltet ist. Mehr Sicherheit bieten kleine Fettbrandlöscher für Zuhause. Zur Bekämpfung sonstiger Kleinbrände eignen sich auch spezielle Löschdecken. Feuerlöscher gibt es im Baumarkt und im Fachhandel für Sicherheitstechnik zu kaufen.

Für jedes Feuer ein Löschgerät

Feuerlöscher dienen in erster Linie dazu, gerade entstandene Wohnungsbrände rechtzeitig zu löschen, bevor sie sich ausbreiten können. Um die Funktionsfähigkeit von Feuerlöschern sicherzustellen, müssen sie regelmäßig (mindestens alle zwei Jahre) durch dafür zugelassene Fachbetriebe gewartet werden. Außerdem schreiben die Hersteller von Feuerlöschern in ihren Nutzungsbedingungen vor, dass die Geräte nicht länger als 20 Jahre verwendet werden dürfen. Viele Feuerlöscher älteren Datums bieten im Zweifel nur trügerische Sicherheit und gefährden so Menschenleben.

Man unterscheidet nach der Art der enthaltenen Löschmittel zwischen vier verschiedenen Arten von Feuerlöschern: Pulverlöscher, Wasserlöscher, Schaumlöscher und Kohlendioxidlöscher. Alle Feuerlöscher müssen mit Hinweisen zu ihrer Eignung für verschiedene Einsatzzwecke gekennzeichnet sein.

Dazu wurden die Einsatzzwecke in drei Haupt-Brandklassen aufgeteilt:

  • Klasse A für feste Stoffe
  • Klasse B für flüssige Stoffe (Benzin, Benzol, Paraffin, Fett  und anderes)
  • Klasse C für Gase (Propan, Methan, Ergas, Stadtgas, Wasserstoff)

 

So unterscheiden sich Feuerlöscher:

  • Pulverlöscher (Brandklasse A, B, C)

    Universell einsetzbar - mit dem Nachteil, dass das feine Pulver heftige Verschmutzungen verursacht. Für Privatwohnungen, Häuser und zum Beispiel Arztpraxen werden Pulverlöscher deshalb nicht empfohlen.

  • Schaumlöscher (Brandklasse A, B)

    Sie gelten als besonders sauber und eignen sich deshalb gut für den Einsatz in Wohnungen und überall dort, wo empfindliche Geräte stehen.

  • Wasserlöscher (Brandklasse A)

    Besonders effektiv zur Bekämpfung von Feststoff-Bränden. Sie dürfen jedoch auf keinen Fall bei Bränden von Flüssigkeiten eingesetzt werden. Nicht bei brennendem Fett einsetzen!

  • Kohlendioxidlöscher (Brandklasse B)

    Die saubersten Löschgeräte. Sind für Wohnungen jedoch nicht geeignet, weil sie nicht zur Löschung von Festbrennstoffen zugelassen sind.

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