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Zur SendungsseiteWer im Supermarkt und bei Discountern Eis einkauft, hat vielleicht auch schon einmal bemerkt, dass sich die Packung manchmal merkwürdig leicht anfühlt. Der Verdacht: Mit dem Speiseeis aus Supermärkten und Discountern wird getrickst. Hausgemacht wird Fruchteis etwa mit einem hohen Anteil an echten Erdbeeren. Vanilleeis enthält im Idealfall viel Sahne und Milch und echtes Vanille-Mark. Und handgemachtes Schokoladeneis wird zum Beispiel mit echter Kuvertüre hergestellt. Zutaten, die in Produkten aus Supermärkten und Discountern zu immer geringeren Anteilen enthalten sind.
Der Verdacht von Markt: Mit dem Speiseeis aus Supermärkten und Discountern wird getrickst - viel Luft, weniger Zutaten, jede Menge Aromen. Was ist wirklich drin im Eis?
Der billige Trick der Hersteller: Statt vieler Zutaten steckt im Eis vor allem viel Luft. Wir haben stichprobenartig Produkte nachgewogen. Zum Beispiel befindet sich im Langnese-Cremissimo-Eis mehr als 44 Prozent Luft. Das Ja!-Vanilleeis beinhaltete mehr als 47 Prozent und das Landliebe-Vanilleeis sogar mehr als 50 Prozent Luft. Der Hamburger Bioeis-Hersteller Hilmar Jaedicke meint dazu: "Da ist viel zu viel Luft drin. So können die Hersteller natürlich auch Zutaten sparen." Fast jedes Eis enthält zwar Luft, um eine gewisse Cremigkeit zu erreichen. Jaedicke hält jedoch einen Luftanteil im Vanilleeis von 20 Prozent für angebracht.
Eine weitere Zutat, die mittlerweile in Speiseeis verwendet wird, dort aber eigentlich nicht hineingehört, ist Pflanzenfett. Vorteil für die Hersteller: Pflanzenfett ist meist deutlich günstiger als Milchfett. Einige Produkte wie die von Mövenpick und Ja! werden mit dem Zusatz "mit Sahne verfeinert" beworben. Tatsächlich sind jedoch nur sechs Prozent beziehungsweise acht Sahne enthalten. Viel zu wenig, wie Hilmar Jaedicke findet: "Um ein anständiges cremiges Eis traditionell herzustellen, brauche ich 30, besser noch 40 Prozent Sahne".
Einige der industriellen Hersteller arbeiten mit einem geringen Fruchtanteil und peppen den Geschmack dann mit Aromen auf. Grundsätzlich gibt es einen Unterschied zwischen "Aroma" und "natürlichen Aroma". Doch auch der Begriff "natürliches Aroma" führt den Verbraucher häufig in die Irre, erklärt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn der Stoff müsse zwar aus einem "natürlichen" Ausgangsstoff hergestellt werden, doch meist sind dies Schimmelpilze oder Holz. "Wenn das Aroma aus der namensgebenden Frucht stammt, dann muss es etwa natürliches Bananenaroma heißen und das findet man eigentlich nie."
Fazit: Wer Eis kauft, muss genau auf die Verpackung gucken, was er kauft und abwägen, ob ihm das sein Geld wert ist. Im Zweifel ist ein gutes Eis zwar teurer, dafür aber auch gehaltvoller.