Fertiggerichte: Oft teuer, nicht immer lecker

von Inga Bellwinkel / Dirk Zblewski

Fertiggerichte versprechen eine Zubereitung im Handumdrehen - und sollen dabei angeblich noch unschlagbar günstig im Einkauf sein. Ist das wirklich so? Markt hat es mit tatkräftiger Unterstützung der beiden Landfrauen Anja und Ilsedore aus Eicklingen bei Celle ausprobiert.

Teure Fertiggerichte

Sie versprechen eine schnelle Mahlzeit für wenig Geld. Das gleiche Gericht selbst zu kochen, dauert kaum länger, ist meist günstiger. Und es schmeckt auch noch besser.

In unserer Stichprobe:

Fertigpfannkuchen aus der Flasche

  • Bratkartoffeln aus dem Päckchen
  • Gurkensalat aus der Plastikschale
  • Grießbrei aus der Tüte

Zum Vergleich lassen wir alle diese Gerichte mit frischen Zutaten kochen.

1. Probe-Gericht: Pfannkuchen

Für die Pfannkuchen-Fertigmischung muss Milch in die Plastikflasche gefüllt werden, die dann eine Minute lang geschüttelt wird. Das ist zwar etwas anstrengend, wie unsere Testerin findet, aber dafür ist der Rest ist recht schnell erledigt: Pfanne mit Fett erhitzen, Teig hineingeben - fertig. Der selbstgemachte Teig wird aus Mehl, Eiern und angerührt. Ein Schuss Mineralwasser macht ihn extra locker.

Die Zubereitung der frischen Pfannkuchen hat zwar zwei Minuten länger gedauert, als die aus dem Fertigteig, aber die handgemachte Variante ist auf jeden Fall billiger: auf 100 Gramm Zutaten gerechnet immerhin 13 Cent. Außerdem ergeben sich aus der gleichen Teigmenge mehr Pfannkuchen. Beim Verkosten kritisieren die Landfrauen die gummiartige Konsistenz des Fertigpfannkuchens.

2. Probe-Gericht: Bratkartoffeln

Das Bratkartoffel-Fertigprodukt ist in Plastik eingeschweißt und riecht gar nicht so richtig nach Kartoffeln. Aber immerhin sehen sie in der Pfanne wie Bratkartoffeln aus. Für die frische Variante werden zuerst Zwiebeln und dann die rohen Kartoffeln geschnitten und dann direkt ins heiße Öl gegeben. Das dauert zwar drei Minuten länger, ist aber um ein Vielfaches billiger: Die 100 Gramm Fertigbratkartoffeln kosten 42 Cent, die frischen gerade mal 11 Cent. Und so recht schmecken will das Fertigprodukt unseren Testerinnen auch nicht.

3. Probe-Gericht: Gurkensalat

Der Gurkensalat aus der Plastikschale ist teurer als das frische Produkt. Und der Geschmack des Fertig-Salates? Überzeugt unsere Testerinnen nicht wirklich, denn er ist nicht aus frischen, sondern aus Essiggurken gemacht.

4. Probe-Gericht: Grießbrei

Der fertige Grießbrei entpuppt sich entgegen der Erwartungen doch als etwas aufwendiger in der Zubereitung als gedacht. Geschlagene 13 Minuten braucht die Zubereitung. Für den frischen Brei hebt unsere Testerin sogar Eischnee unter die Masse. Erstaunlicherweise ist der Teig dennoch nach nur neun Minuten fertig. Preisvergleich: 100 Gramm Päckchenbrei kosten 28 Cent, der selbstgemachte dagegen nur 16 Cent.

Viele Fertigprodukte kommen nicht ohne Zusatzstoffe aus

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg hat weitere Beispiele für saftige Preise bei Fertigprodukten gefunden. Schokopudding etwa: 73 Prozent teurer als selbstgemacht. Schlagsahne im Becher zum Beispiel: 210 Prozent teurer als selbstgeschlagen. Besonders krass: gewaschene und geschälte Karotten - 420 Prozent teurer als das in Eigenarbeit behandelte Gemüse. Viele Fertigprodukte kommen zudem nicht ohne Zusatzstoffe und Aromen aus. "Auch wenn die Werbung gerne etwas anderes verspricht und suggeriert wird, dass es wie bei Muttern zu Hause ist - das ist nicht der Fall", so Armin Valet. Das Fazit: Selbstgemacht ist es meistens günstiger und die Zubereitung dauert kaum länger.

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Tomaten-Käse-Pizza © picture-alliance/ dpa / Stockfood Fotograf: Molly Hunter
 

Unser Essen vom Fließband

04.10.2011 | 20:30 Uhr
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Informationen der Verbraucherzentrale Hamburg über Fertiggerichte

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