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Die Kapverdischen Inseln

Montag, 09. Februar 2015, 15:15 bis 16:00 Uhr

Grüne Berge, karge Felsen und weite Strände: MareTV erzählt vom Leben und Überleben auf den eigenwilligen Kapverden mitten im Atlantik, wo die Insulaner den Schwierigkeiten gern mit einem Lächeln begegnen.

Das Nationalgetränk "Grogue"

Vor der Strand- und Surfinsel Sal taucht José Antonio nur mit Schutzanzug und Maske bis zu zehn Meter tief, um mit bloßen Händen Langusten zu fangen. Manchmal klappt es nah am Ufer, manchmal muss er weiter raus – und dabei immer aufpassen, dass er nicht die falschen greift und Ärger mit der Fischereiaufsicht bekommt. Was José nicht einem der Restaurants von Santa Maria verkaufen kann, nimmt er mit nach Hause, als Sonntagsfestmahl für die eigene Familie. Dazu gibt es keinen Weißwein, sondern Grogue. Überall auf den Inseln wird der hochprozentige Zuckerrohrschnaps produziert – in archaischen und nicht immer legalen Räucherhöhlen. Auf Sao Nicolau destilliert Tomás José Silva Gomes das Nationalgetränk. "Der Grogue wärmt uns einfach ein bisschen", lacht Tomás. Wie meint er das bloß, bei 25 Grad mitten im Januar?

Leben mitten im Atlantik

Betagte Fähren

Der Hafen auf São Vicente ist für viele Emigranten ein Ort des Abschieds und der Wiederkehr, wo die Bars "Café Royal" heißen oder "Hamburg". Hier starten auch die Fähren zur grünen Nachbarinsel Santo Antão. Sie transportieren Gemüse, Ziegen und normale Passagiere - oder soll man sagen todesmutige? Schon für einige der betagten "Pötte" endete die Fahrt auf dem Meeresgrund. Doch die Besatzung der "Ribeira do Paúl" trotzt auch den winterlichen Atlantikbrechern.

Kicken für die Zukunft

Auf Sao Nicolau kicken Jugendliche für die Zukunft. Die Kids träumen von einer Profikarriere. Die hat ihr Trainer Francisco Spencer schon hinter sich – jetzt will er seinen Jungs Mut machen. Spencer weiß um die schlechten Perspektiven, denn er hat von seinem Vater Joaquim, dem legendären "König des Thunfisch", dessen Konservenfabrik in Tarrafal übernommen. Die einheimischen Fischer haben immer weniger in ihren Netzen, seit japanische Fangflotten direkt vor der Küste der Kapverden kreuzen. Vom Fischmarkt der Insel trägt die Händlerin Lúcia Lopez ihre Ware kilometerweit auf dem Kopf über einen hohen Berg ins abgelegene Dorf Covada – zu Fuß und meist mit einem Lächeln.

Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Redaktion
Ralf Quibeldey
Autor/in
Andreas Lueg
Regie
Andreas Lueg