Lieb & Teuer

Sonntag, 17. September 2017, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 18. September 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Expertenrunde mit Gast

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Serie mit fünf Textilbildern

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Als Vorlage für die Textilbilder dienten Radierungen von Paul Decker (1677 - 1713). Im Original gehörte ein sechstes Bild dazu.

Die fünf gerahmten Textilbilder zeigen gesellige Szenen beim Essen, Kartenspielen, Musizieren und Tanzen. Sie gehen zurück auf Radierungen von Paul Decker (1677 - 1713), die von Johann Christoph Steudner (1700 - 1756) gestochen und von Martin Engelbrecht (1684 - 1756) verlegt worden sind. Die Motive sind so verbreitet gewesen, dass ein anonymer Künstler sie detailgetreu mit verschieden gemusterten Stoffen und unterschiedlichen Fäden in der sogenannten Spickeltechnik kopiert hat. Im Original handelt es sich um eine Serie von sechs Motiven, die jeweils auch mit einer Bildunterschrift versehen waren.

Silbernes Zigarettenetui

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Das Zigarettenetui aus Silber ist zwischen 1896 und 1905 in Moskau entstanden. Es ist reich mit Blüten in Emaille-Technik verziert.

Das Etui besteht aus 84 Zolotniki Silber. Hergestellt wurde es in Moskau zwischen 1896 und 1905 von einem Meister, dessen Marke nicht aufzulösen ist. Innen ist es vergoldet, außen mit farbigen Blüten in gebrannten Emaille-Farben reich verziert. Solche Luxusartikel wurden nach Vorlagen gearbeitet, was daran erkennbar ist, dass Vorder- und Rückseite fast identisch sind. Die Haltebänder für die Zigaretten fehlen.

Porzellan-Jardiniere von KPM

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Die Porzellanschale für Blumen ist mit Malereien verziert. Das Stück ist 1920 in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin entstanden.

Der Porzellankorb ist - wie die Marken zeigen - in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) angefertigt und bemalt worden. Die Malerei ist opulent: Blüten in impressionistisch anmutender Weichmalerei mit Goldhöhungen, Insektenmalerei und plastischer Blütenbesatz. Henkel und Füße der Jardiniere sind Ästen nachgeformt. Der auf der Unterseite eingeprägte Jahresbuchstabe "U" verweist auf die Entstehung im Jahr 1920. Es gibt kleine Beschädigungen an dem Stück, der Neupreis so einer Schale liegt weit höher als der Kunsthandelspreis.

Gemälde vom Bremer Rathaus

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Das Gemälde zeigt eine Ansicht des Bremer Rathauses. Es stammt von Otto Hammel (1866 - 1950), der auf Architektur-Motive spezialisiert war.

Das Ölbild zeigt das Bremer Rathaus. Der Maler hieß ursprünglich Otto Hamel, hat sich aber um 1880 umbenannt in Otto Hammel (1866 - 1950). Mit diesem Namen ist das Bild signiert. Er wurde als Dekorationsmaler ausgebildet und hat an verschiedenen Akademien studiert. Sein Interesse galt vor allem der Architekturmalerei, seine Motive fand er auf Italienreisen, aber auch im Raum München und in Norddeutschland. In Hannover erhielt er eine Professur.

Schreibtischuhr in Tintenfass

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Ein Tintenfass aus Bronze ist das Gehäuse der Schreibtischuhr aus Frankreich. Das Spindelwerk stammt vermutlich aus einer Taschenuhr.

Bei der Uhr handelt es sich um eine Marriage: Ein Tintenfass aus ursprünglich vergoldeter Bronze wird als Gehäuse genutzt. Hebt man den Deckel, wird die nachträglich eingesetzte Uhr sichtbar. Sie steht auf einem Marmorsockel, auf dem noch die Vertiefungen für die Stifte erkennbar sind. Auf dem Deckel sitzt eine Biene, das Symbol der Bonapartisten. Die Uhrmachersignatur "Gabrie" mit der Ortsangabe "Cormeilles" ist nicht zuzuordnen. Die Uhr hat ein Spindelwerk, das etwa um 1820 entstanden ist. Das Tintenfass ist später, etwa 1860, entstanden. Es war nicht unüblich, intakte Taschenuhrwerke für solche Stücke zu verwerten.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann