Lieb & Teuer

Sonntag, 01. Oktober 2017, 15:30 bis 16:00 Uhr
Montag, 02. Oktober 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullman und Gäste vor einer Wanduhr.

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Bronze-Skulptur einer Tänzerin

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Die Bronze-Skulptur einer Tänzerin ist in den 1920er-Jahren entstanden. Sie stammt vom Bildhauer Otto Poertzel.

Die Bronzefigur zeigt eine fast nackte Tänzerin, die ein Federkostüm trägt. Die Arme stecken in großen Flügeln, die sie weit ausbreitet. Sie erinnert an eine Revuetänzerin. Die Bronze ist auf dem Marmorsockel signiert mit "Prof. Poertzel". Otto Poertzel (1876 - 1963) wurde in Thüringen geboren, wo er eine Ausbildung zum Porzellanmodelleur erhielt. Später richtete er sein Atelier in Coburg ein, wo er auch als Bildhauer arbeitete. 1913 wurde er zum Professor ernannt, die Figur ist also danach entstanden. Sie passt von der ganzen Ausstrahlung in die Goldenen Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Bierseidel mit Münze

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Der prunkvolle Bierseidel ist vermutlich um 1800 im bayerischen Ansbach entstanden. Die Zinnmontur ist mit einer Münze verziert.

Der dekorative Bierkrug trägt keinen Herstellerhinweis. Der manganfarbige Fond ist mit einem Schwamm aufgetragen worden, damit sich die Farbe fleckig auf der Fläche verteilt. In der mit Blüten und Blättern verzierten Kartusche ist ein Pfau dargestellt. Die Gestaltung dieser Fayence weist in Richtung Ansbach. Die Manufaktur wurde zwischen 1708 und 1710 gegründet. Im Deckel der Zinnmontur ist eine Münze eingelassen. Die Vorderseite zeigt eigentlich Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern, es wurde aber die Rückseite der Münze mit der heiligen Mutter Gottes und Jesuskind sowie dem bayerischen Wappen als Schauseite genutzt. Die Münze stammt von 1694, der Krug ist aber später um 1800 entstanden.

Gemälde von Georg Knorr

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Der Öldruck ist die Kopie eines Gemäldes von Georg Knorr (1844 - 1916). Dargestellt ist eine Szene aus dem Studentenleben.

Das Gemälde ist von dem Maler Georg David Salomon Knorr (1844 - 1916) signiert. Rückseitig ist der Titel "Einladung zum Tee" notiert. Die Szene ist fast anekdotisch. Ein Diener hat gerade die Stube eines Studenten betreten und überreicht eine Einladung. Der Student verbirgt Stiefel und Schuhbürste hinter seinem Rücken, weil er nicht zeigen möchte, dass er keinen Burschen für diese Arbeit hat. Auch die "Studentenbude" ist eher ärmlich eingerichtet. Die Fantasie des Betrachters wird angeregt, wer lässt diese Einladung überbringen? Das Motiv war sehr beliebt, der Maler hat es mehrfach mit kleinen Abweichungen angefertigt. Bei dem Bild handelt es sich um einen Öldruck.

Atlas mit historischen Karten

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Der Sammelatlas enthält historische Karten vom kopernikanischen Sonnensystem und zum Teil noch unerforschten Erdteilen.

In diesem Sammelatlas sind verschiedene Karten zusammengebunden worden. Unter anderen eine Karte vom kopernikanischen Sonnensystem. Die Planeten drehen sich um die Sonne. In den Zwickeln sind dekorative Kupferstiche untergebracht, die das Thema aufgreifen, beispielsweise die Sonnenfinsternis von 1706 und Urania, die Muse der Sternenkunde. Auf einer Weltkarte ist erkennbar, dass Australien noch gar nicht richtig erforscht war. Kalifornien wird als Insel dargestellt, die amerikanische Westküste wird gar nicht erst gezeigt, weil die Informationen fehlten. Sehr besonders und selten ist die Karte vom "Schlaraffenland", dem Land der Sünde und Völlerei. Unterhalb des Äquators ist das Land der Unzucht, ganz unten das Tor zur Hölle. Der Wert bemisst sich nach der Anzahl und Seltenheit der Karten. Der Zustand ist unrestauriert.

Wanduhr mit Schaukel-Pendel

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Die Wanduhr aus Nussbaumholz ist mit Bronzebeschlägen versehen. Sie wurde 1879 bei der Firma Lenzkirch hergestellt.

Normalerweise bewegt sich das Pendel von links nach rechts, bei dieser Uhr geht es von vorn nach hinten. Es bewegt sich wie eine Schaukel und das wird in die Gestaltung übernommen: Ein Junge sitzt auf der Schaukel und schwingt vor und zurück. Die Gangpartie wird im Gehäuse um 90 Grad gedreht, um diesen Effekt zu erzielen. Die Wanduhr hat eine Konsole und ist aus Nussbaumholz mit Bronzebeschlägen. Hersteller ist die Firma Lenzkirch, der Seriennummer nach ist sie 1879 entstanden.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann