Lieb & Teuer

Sonntag, 19. März 2017, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 20. März 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann mit Gästen vor einem Gemälde.

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Goldene Kugeluhr aus der Schweiz

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Die kleine goldene Schweizer Uhr ist eigentlich ein Schlüsselanhänger. In den 1950er-Jahren war die Uhrenform als Werbegeschenk beliebt.

Die kleine originelle Uhr befindet sich in einer Kugel aus durchsichtigem Kunststoff. Das Gehäuse hat so auch eine Art Lupeneffekt. Sie ist eigentlich als Schlüsselanhänger gedacht, wie die Kette mit Verschluss zeigt. Solche Uhren wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gern auch als Werbegeschenke gerne genommen. Entstanden ist sie in den 1950er-Jahren des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Der Herstellername Belart ist auf dem Zifferblatt vermerkt, eine Firma aus der Nähe von Genf. Das Ankerwerk ist ebenfalls gut durch das Gehäuse zu erkennen.

Gemälde mit Dienstmagd von Johann Hamza

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Das Ölgemälde zeigt ein Dienstmädchen, das einen Blumengruß überbringt. Das Bild stammt vom österreichischen Maler Johann Hamza.

Das Ölbild zeigt eine Genreszene mit einem Dienstmädchen, das vor einem Gittertor an der Hausglocke zieht. In der Hand hält sie einen Blumenstrauß, sie ist leicht errötet und lächelt verschämt. Die Blumen überbringt sie sicherlich von einem Verehrer. Durch das Tor ist eine Dame im Garten zu sehen, die in ihre Richtung schaut. Am Fenster des Hauses steht eine junge Frau, die die Szene ebenfalls beobachtet. Das Gemälde ist geradezu theatralisch aufgebaut. Die Malqualität ist ausgezeichnet, wenn auch der österreichische Maler Johann Hamza (1850 - 1927) nicht allzu bekannt ist.

Zuckerzanken in Storchenform

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Die Zuckerzangen in Storchenform wurden traditionell zur Geburt eines Kindes verschenkt. Die Objekte sind etwa um 1900 entstanden.

Die beiden scherenähnlichen Objekte können als Zuckerzange verwendet werden - ein klassisches Geschenk zu einer Geburt. Im Volksglauben bringt der Klapperstorch die Kinder, wenn man ein Stück Zucker auf das Fensterbrett legt. In den Griffen ist ein kleines plastisches Wickelkind dargestellt. Das Gelenk der Zange sitzt jeweils im Auge des Storchs. Es gibt keinen Herstellerhinweis, aber der Silbergehalt ist jeweils angegeben. Die Objekte sind etwa um 1900 entstanden.

Große Redensche Vase von KPM

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Die große Kratervase von KPM ist mit antiken Ansichten des Forum Romanum verziert. Das Stück ist zwischen 1823 und 1832 entstanden.

Die große Krater-Vase mit eingezogenen Henkeln und üppiger Golddekoration wurde von der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) hergestellt. Dieses Modell  wird als Redensche Vase bezeichnet und geht auf ein frühes Vorbild zurück, die sogenannte Medici-Vase, die aus Marmor war und heute in den Uffizien in Florenz steht. Friedrich Wilhelm von Reden (1752 – 1815) war Vorstand in der Porzellankommission und hat wohl Einfluss genommen auf die Gestaltung der Vase. 1799 wurde sie das erste Mal von der KPM vorgestellt. Sie ist mit verschiedenen Motiven - oft auch mit Berlin-Ansichten - dekoriert worden. Die beiden Ansichten hier zeigen den Saturntempel und das Heiligtum der Vesta vom Forum Romanum. Die Zeptermarke der Porzellanmanufaktur verweist auf die Herstellung zwischen 1823 und 1832. Die Vase hat museale Qualität.

Antike Geige aus Süddeutschland

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Die Geige ist im 19. Jahrhundert in Süddeutschland entstanden. Eine Restaurierung würde mehrere tausend Euro kosten.

Die Geige ist im 19. Jahrhundert, womöglich sogar in der ersten Jahrhunderthälfte, entstanden. Dem Erscheinungsbild nach kommt sie aus dem südostdeutschen Raum, aus dem Donaugebiet. Sie scheint den Eindruck erwecken zu wollen, dass sie aus Italien stammt. Ein eingeklebter Zettel im Instrument mit dem Namen Baldantoni ist nicht authentisch. Die Geige ist handwerklich hochwertig gearbeitet, aber in schlechtem Zustand. Eine Restaurierung würde mehrere tausend Euro kosten.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann